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Wer sind die "Freunde"?

Der gemeinnützige Verein "Freunde des Nationaltheaters" ist anno 2001 fünfzig Jahre alt geworden. Nach wie vor trägt diese erste spektakuläre Münchner Bürgerinitiative der Nachkriegszeit ihr ursprüngliches Anliegen im Namen – doch der ist inzwischen zu einem Begriff für erheblich vielfältigere Ambitionen geworden. Längst nämlich sind die Aktivitäten nicht mehr allein auf die Bayerische Staatsoper beschränkt. Die "Freunde" kümmern sich um kirchliche und profane Baudenkmäler, um Musik und Theater, dabei insbesondere um den Nachwuchs, um das aktuelle Kunstleben im weitesten Sinn – um alles also, was Thomas Mann einst mit seiner Feststellung "München leuchtete" gemeint hat. Immer wieder sind sie Seismograph des Bürgerwillens, wenn es um das Bewahren, das Wiedererwecken oder die Pflege lieb gewordener, aber vielleicht im Augenblick vernachlässigter Objekte oder Institutionen geht. Als Sammelbewegung in dreifacher Hinsicht sind sie ein kräftiger Beschleunigungsmotor für alles, was sie sich vornehmen.

Sie sammeln Stimmen, indem sie öffentlich mit vielerlei Aktionen Stimmung machen. Sie sammeln einflussreiche Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und den Medien, die ihren Anliegen Triebkraft geben können. Und sie sind Millionenbettler, sammeln also Geld. Zielgruppe sind all jene großen und kleinen Mäzene, denen das jeweilige Projekt ebenfalls Herzensanliegen ist, ohne dass sie dem Verein gegenüber ihrerseits besondere Wünsche auf dem Herzen haben – den einen ausgenommen: Die "Freunde" mögen auch durchsetzen, was sie sich zur Aufgabe gestellt haben. Das war im vergangenen halben Jahrhundert eine ganze Menge. Und es fehlt nicht an Projekten für die Zukunft.

 

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