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Münchner Stadt

Für die "Freunde des Nationaltheaters" ist die ganze Münchner Stadt eine große Bühne. Mit Wort und Tat sind sie deshalb immer wieder zur Stelle, wenn es darum geht, deren Charme zu erhalten oder wiederzugewinnen. Dabei berücksichtigen sie nicht einseitig intellektuell-ästhetische Gesichtspunkte, sondern sehen sich ebenso als Wächter der Tradition und Anwalt der Bürger in deren emotionalen Bindungen an vertraute Accessoires im Stadtbild. Sie nehmen sich in diesem Zusammenhang, wo es Not tut, Kritik heraus – aber sie geben auch.

Ähnlich wie beim Nationaltheater und beim Prinzregententheater wurden sie auf diese Weise entscheidende Wiedergeburtshelfer einer dritten Traditionsbühne: des städtischen Münchner Volkstheaters.

Seit sein ursprüngliches Haus an der Josephspitalstraße 1944 den Bomben zum Oper gefallen war, hatte es keine richtige Heimat mehr, gastierte im Schauspielhaus, im Postsaal Pasing, im Bayerischen Hof, in einem Saal an der Reitmorstraße. Anfang der 50er Jahre trennte sich die Stadt vollends von dieser Bühne. Über Jahre hinweg erinnerten auch die "Freunde" immer wieder an die moralische Verpflichtung zur Wiedergründung. Als sich im Rathaus für das Vorhaben endlich die erforderliche Mehrheit fand, kam es – zusammen mit einem speziell gegründeten Verein, dessen Schirmherrschaft Herzog Franz von Bayern übernahm, und  der "Süddeutschen Zeitung" – zu einer gemeinsamen Werbeaktion, die 1,2 Millionen Mark einbrachte. Mit dem Geld wurden unter anderem der schräge Parkettaufbau, die Bestuhlung und der Hauptvorhang finanziert. Nach jahrzehntelanger Zwangspause konnte das städtische Münchner Volkstheater am 24. November 1983 am neuen Standort an der Brienner Straße wieder seine Pforten öffnen.

1983 kam es, gemeinsam mit der "Süddeutschen Zeitung", zur "Aktion Auer Kirchturm", dessen Spitze durch Kriegs- und Witterungseinflüsse beschädigt und deshalb abgetragen worden war. Das Erzbischöfliche Ordinariat hatte signalisiert, ein schlichtes Behelfsdach müsse der Mariahilf-Kirche für die nächsten Jahrzehnte ausreichen. Durch Tombola-Gelder, Bierkrügl-Verkauf, Auer-Kirchweih-Abende und regelmäßige publizistische Begleitung der verschiedenen Aktivitäten kamen schließlich 300.000 Mark zusammen. Da sah sich auch die Kirche im Zugzwang. Und längst können inzwischen die Münchner beim alljährlichen Besuch der Auer Dulten wieder zufrieden auf ein liebenswertes Wahrzeichen ihrer Stadt blicken.

Mit 265.000 Mark beteiligten sich die "Freunde" 1972 an der Wiederinstandsetzung der im Krieg beschädigten Bayerischen Ruhmeshalle auf der Theresienhöhe.

Je 150.000 Mark stifteten sie ebenfalls in den siebziger Jahren für die Restaurierung der Stuck-Fassade am Asam-Haus in der Sendlinger Straße und für die zwei kunstvollen Uhren am wieder aufgebauten Turm des Alten Rathauses.

Mit einem Aufruf an die Bürgerschaft verbunden war 1987 der Stadtratsbeschluss, die dem Krieg zum Opfer gefallenen Bleiverglasungen der Treppenhaus-Fenster im Rathaus wiederherzustellen. Aus Tombola-Erlösen bezahlte der Verein mit 100.000 Mark vier neue Glasfenster nach den alten Originalen der Hofglasmalerei Carl von Bouché. Auch hier waren die "Freunde" Anreger und Anstifter für weitere Mäzene.

www.hofglasmalerei.de

Für 65.000 Mark bekam die Richard-Wagner-Anlage an der Prinzregentenstraße wieder ihre historische Gittereinfassung und dazu vier Parkbänke. 

Wie kein zweiter Gottesacker spiegelt der Alte Südliche Friedhof aus dem Jahr 1788 mit seinen vielen prominenten Toten den Aufschwung Münchens von der höfisch-bürgerlichen Kleinstadt zur tonangebenden Metropole von Kunst und Wissenschaft. Seit 1943 nicht mehr Begräbnisstätte, wurde er im Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs zum Torso. Zwei Sanierungsprogramme sorgten jedoch nach dem Krieg dafür, dass er erholungssuchenden und geschichtsinteressierten Münchnern als Friedhofspark zur Verfügung steht. Viele Grabmonumente - darunter auch solche großer Persönlichkeiten - sind jedoch trotzdem noch, oder schon wieder, in erbärmlichem Zustand. Die "Freunde" haben sich deren Rettung zum Ziel gesetzt, zumal, wenn es sich um die letzten Ruhestätten von Künstlern und Wissenschaftlern handelt, die zu Münchens Ruhm beigetragen haben. In den letzten Jahren bewahrten sie auf diese Weise die Gräber der großen Architekten Leo von Klenze und Friedrich Bürklein, sowie des legendären Generalintendanten der königlichen Hofbühnen, Ernst von Possart, vor dem Verfall. Zum 850. Stadtgeburtstag wurde das Grab Johann Baptist Trappentreus restauriert - jenes Münchner Bierbrauers und Gastwirts, der sich Mitte des 19. Jahrhunderts als Wohltäter und Stifter weit über seine Heimatstadt hinaus einen Namen machte.

(Von den Fortschritten jeweiliger Erneuerungsmaßnahmen können sich die Vereinsmitglieder immer wieder im Rahmen von Führungen durch den "Alten Südlichen" überzeugen.)

www.muenchen.de

Seit ihrer Gründung im Jahre 1988 erfährt auch die Münchner Biennale regelmäßig Unterstützung durch die "Freunde".

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