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Retrospektive Wilfried Hösl

Am 26. April war es endlich soweit und die Wechselausstellung im Freunde-Foyer bekam mit der Ausstellungseröffnung der Retrospektive WILFRIED HÖSL ein neues Gesicht.

Am 26. April war es endlich soweit und die Wechselausstellung im Freunde-Foyer bekam mit der Ausstellungseröffnung der Retrospektive WILFRIED HÖSL ein neues Gesicht.

Auf Initiative der Freunde des Nationaltheaters e. V. zeigt diese Ausstellung eine kleine Auswahl aus vier Jahrzehnten des theater- und porträtfotografischen Wirkens von Wilfried Hösl in München. Dieser einführende Text zur Ausstellung wurde vom Dramaturg Malte Krasting verfasst:

 

„Den Mimen flicht die Nachwelt keine Kränze. Die Kunst des Theaters ist ephemer, flüchtig, sie ereignet sich im Moment, und dass sie danach vergangen ist und grundsätzlich unwiederholbar, verleiht ihr die nicht zu ersetzende Unmittelbarkeit und Wirkungsmacht. Allerdings kann die Theaterfotografie den Zeitgenossen helfen, ihre Erinnerung an das Bühnengeschehen wachzuhalten – gerade, weil sie nur den Augenblick bannt. Denn damit führt sie das Wesen des Erlebten vor Augen, ruft ins Bewusstsein, dass Theater zuallererst Vorgang, Bewegung, Verlauf, Veränderung ist.

Wilfried Hösl setzt sich schon sein gesamtes Berufsleben lang mit diesem Phänomen auseinander. 1957 im oberpfälzischen Altendorf geboren, studierte er von 1978 bis 1982 Fotoingenieurwesens an der Fachhochschule in Köln. Eher zufällig gelangte er, nach Assistenzen bei verschiedenen Fotografen, 1983 ans Bayerische Staatsschauspiel – der Wunsch, nach Bayern zurückzukehren, spielte dabei keine geringe Rolle. Gleichwohl wurde der Job zur Berufung, Wilfried Hösl blieb fortan dem Theater treu. Ein Jahrzehnt später wechselte er ans Nachbarhaus zur Bayerischen Staatsoper; auch für das Bayerische Staatsballett war er lange tätig. Plakate, Magazine, Programmhefte und Jahrbücher, bald auch die Online-Medien der Staatsoper vertrauten auf seine Kunst, ebenso wie die Redaktionen der berichterstattenden Organe auf seine Aufführungsdokumente zurückgriffen.

Die Faszination des Theaters, ob in Schauspiel, Oper oder Ballett, hängt zu einem Großteil an der Ausstrahlung seiner Protagonisten. Ihre künstlerische Aura auch im Format des Porträts einzufangen, spielte stets eine große Rolle in Wilfried Hösls Schaffen. Seine Aufführungsfotos ebenso wie seine Porträts und freie Arbeiten wurden weit über die Theaterwelt hinaus wahrgenommen: Seiner ersten Ausstellung 1987 in Köln (mit Porträts u. a. von Jeanne Moreau und Ingmar Bergman) folgten weitere auf der Quatrième Triennale internationale de la photographie in Charleroi, im Centre d’Art Contemporain in Brüssel und im Münchner Residenztheater. 1991 wurde er beim European Kodak Award für hervorragende fotografische Arbeit ausgezeichnet, 1998 erhielt er den Festspielpreis der Gesellschaft zur Förderung der Münchner Opernfestspiele. Seine Fotografien befinden sich in der Sammlung der Bibliothèque nationale de France in Paris, im Musée de la Photographie im belgischen Charleroi und in privaten Sammlungen. Von 1997 bis 2010 gab er als Dozent für Fotografie an der Universität Mozarteum Salzburg seine Erfahrungen an junge Generationen von Theaterschaffenden weiter.“

Kurzbiografie

1957 im oberpfälzischen Altendorf geboren, studierte Wilfried Hösl von 1978 bis 1982 Fotoingenieurwesens an der Fachhochschule in Köln. Nach Assistenzen bei verschiedenen Fotografen kam er 1983 ans Bayerische Staatsschauspiel. Zehn Jahre später wechselte er an die Bayerische Staatsoper; auch für das Bayerische Staatsballett war er lange tätig. Seiner ersten Ausstellung 1987 in Köln (mit Porträts 1983–1987) folgten weitere Ausstellungen auf der Quatrième Triennale internationale de la photographie in Charleroi, im Centre d’Art Contemporain in Brüssel und im Münchner Residenztheater. 1991 erhielt er eine Auszeichnung für hervorragende fotografische Arbeit beim European Kodak Award, 1998 den Festspielpreis der Gesellschaft zur Förderung der Münchner Opernfestspiele. Von 1997 bis 2010 hat er als Dozent für Fotografie an der Universität Mozarteum Salzburg seine Erfahrungen an junge Generationen von Theaterschaffenden weitergegeben. Seine Fotografien befinden sich in der Sammlung der Bibliothèque nationale de France in Paris, im Musée de la Photographie im belgischen Charleroi und in privaten Sammlungen.

Probenbesuch im Gärtnerplatztheater

Ein besonderes Vergnügen war der Generalprobenbesuch von "Die lustigen Weiber von Windsor" unter der Regie von Brigitte Fassbaender.

Nachdem schon sehr viele unserer Mitglieder im Februar für die öffentlichen Meisterklassen von KS. Fassbaender ins Gärtnerplatztheater gekommen waren, waren noch mehr an der Generalprobe der von Frau Fassbaender inszenierten Operette DIE LUSTIGEN WEIBER VON WINDSOR interessiert.

Nach der herzlichen Begrüßung durch den Gastgeber Staatsintendant Josef Köpplinger und unserer Vorständin Barbara Malisch gab uns der Dramaturg Christoph Wagner-Trenkwitz eine illustre Einführung zu den Lustigen Weibern von Windsor. „Angefüllt“ mit all dem von Herr Wagner-Trenkwitz an uns weitergegeben Wissen zum Kosmos Falstaff konnten wir vergnügt der GP der Operette von Otto Nikolai beiwohnen.

Frank und Bert

RANK UND BERT sind beste Freunde und am liebsten spielen sie Verstecken. ...

Zauber wahrer Freundschaft, Empathie und die Freude am gemeinsamen Spiel, bei dem es gar nicht wichtig ist, ob es irgendwelche Regeln gibt: FRANK UND BERT sind beste Freunde und am liebsten spielen sie Verstecken. Nur ist Bert gar nicht gut darin und deshalb gewinnt immer Frank. Jedes einzelne Mal. Aber was, wenn doch Gewinnen gar nicht alles ist und man den anderen doch auch gewinnen lassen könnte?

Die vollverkleideten Musiker und Musikerinnen des Bayerischen Staatsorchesters hatten bei dieser Veranstaltung für unsere großen und kleinen Mitglieder mindestens so viel Spaß wie die kleinen Zuschauer ab 4 Jahren; ganz zu schweigen von den Sängern Ulrich Reß Und Christian Rieger, die sich zwar ständig suchen mussten, deren andauernde Wiedersehensfreude dafür aber sehr ansteckend war.

„Lobsingt dem Überwinder!“

Musik von Carl Philipp Emanuel Bach, dargeboten vom Opernstudio und der Hermann-Levi-Akademie, stand im Mittelpunkt des diesjährigen Passionskonzertes.

Musik aus Carl Philipp Emanuel Bachs DIE LETZTEN LEIDEN DES ERLÖSERS H. 766 und seine TRIOSONATE in d-Moll H. 569, dargeboten vom Opernstudio und der Hermann-Levi-Akademie, umrahmte die beiden Wortblöcke von PD Dr. Markos Maragkos, Psychotherapeut und Ambulanzleiter des psychotherapeutischen Ausbildungsinstituts in München.

Die Allerheiligen Hofkirche war der stimmungsvolle und würdige Ort um in der Fastenzeit zusammenzukommen und in der Gemeinschaft von Musikern/innen und Auditorium zwei kontemplative Stunden miteinander zu verbringen.

Markos Maragkos gewährte Einblick in seine Arbeit und entschlüsselte die Sinnhaftigkeit des psychotherapeutischen Vorgehens, das den Patienten idealer Weise gestärkt und bereichert aus der Therapie hervorgehen lässt: vom Schmerz nicht niedergedrückt, sondern durch und mit dem Schmerz zu neuer Stärke gekommen.

MEISTERLICH

Gleich an zwei Abenden hintereinander hatten unsere Mitglieder die Möglichkeit auf der Probebühne des Gärtnerplatztheaters live dabei zu sein, wie man Operngesang lehrt und lernt. Die  jungen Talente des brandneuen Opernstudios wurden vor ausverkauftem Publikum stimmlich wie interpretatorisch von KS Prof. Brigitte Fassbaender unterrichtet.
Sehr gespannt und konzentriert verfolgten die Zuhörer und Zuhörerinnen diesem einmaligen „Schauspiel“. Großer Applaus für das Opernstudio und ihre Professorin!

An der Meisterklasse teilgenommen haben die Sopranistin Mina Yu, die Mezzosopranistin Anna Tetruasvili,  derTenor Jacob Romero Kressin und der Bariton Jeremy Boulton. Am Flügel begleitete wunderbar der Pianist Mauro Filippo Zappalà. 

Gleich an zwei Abenden hintereinander hatten unsere Mitglieder die Möglichkeit auf der Probebühne des Gärtnerplatztheaters live dabei zu sein, wie man Operngesang lehrt und lernt. Die  jungen Talente des brandneuen Opernstudios wurden vor ausverkauftem Publikum stimmlich wie interpretatorisch von KS Prof. Brigitte Fassbaender unterrichtet.
Sehr gespannt und konzentriert verfolgten die Zuhörer und Zuhörerinnen diesem einmaligen „Schauspiel“. Großer Applaus für das Opernstudio und ihre Professorin!

An der Meisterklasse teilgenommen haben die Sopranistin Mina Yu, die Mezzosopranistin Anna Tetruasvili,  derTenor Jacob Romero Kressin und der Bariton Jeremy Boulton. Am Flügel begleitete wunderbar der Pianist Mauro Filippo Zappalà. 

Klassentreffen

Zum 52. Mal fand an der Bayerischen Staatsoper das Wiedersehenstreffen ehemaliger Ensemblemitglieder und verdienter Persönlichkeiten statt.

Seit 1968 veranstalten die Freunde des Nationaltheaters ein Wiedersehenstreffen ehemaliger Ensemblemitglieder und verdienter Persönlichkeiten, die an der Bayerischen Staatsoper gesungen, musiziert oder an anderen Positionen gewirkt haben.

So konnte am Samstag, den 17. Februar im Rahmen der Pique Dame von Peter Tschaikowsky bereits das 52. Wiedersehenstreffen stattfinden.

Die 60 Gäste trafen sich vor Opernbeginn zum Empfang in der Rheingoldbar des Nationaltheaters. Nach einer Begrüßung durch unseren Vorstand Barbara Malisch, sprach der Staatsintendant Serge Dorny zu den geladenen Gästen. Darunter befanden sich u.a. Ks. Ingeborg Hallstein, Ks. Christopher Robson, Ks. Willi Brockmeier, Ks. Marie-Louise Gilles, Ks. Annelie Waas, Ks. Franz-Josef Kapellmann, Ks. Eike Wim Schulte, Jane Henschel, Ks. Gudrun Wewezow, Ivan Liska, Peter Jolesch, Hans Schöneberger, Annegher Stumphius, Peter Wöpke, Ks. Lilian Sukis, Ks. Ulrich Reß, Prof. Jürgen Rose.

Ks Ingeborg Hallstein, Ks Eike-Wim Schulte

Ivan Liska, Prof. Jürgen Rose mit Begleitung

"Komm! hebe dich zu höhern Sphären!"

Konzert für die Freunde des Nationaltheaters mit Mahlers 8. Symphonie und Kirill Petrenko

War das etwa schon der Höhepunkt der gesamten Spielzeit 2023/2024? Was soll da auch noch nachfolgen?

Für alle Mitglieder, die für Sonntag, den 8.Oktober 2023 eine Karte erworben hatten, wird sich diese Frage eventuell stellen.

Allein schon von der Anzahl der beteiligten Musiker ist keine Steigerung mehr denkbar: das Bayerische Staatsorchester, der Bayerische Staatsopernchor, der Staatschor Latvija, der Tölzer Knabenchor, fünf Gesangssolistinnen, drei Solisten und an ihrer Spitze Kirill Petrenko. Auf dem Programm des Konzerts für die Freunde des Nationaltheaters stand in diesem Jahr die schier überdimensionale 8. Sinfonie von Gustav Mahler.
Nach einer Ansprache von unserer Vorständin Barbara Malisch und den begrüßenden Worten von Staatsintendant Serge Dorny tauchte das Publikum unter der Leitung des ehemaligen Generalmusikdirektors der Bayerischen Staatsoper in die extremen Welten Gustav Mahlers ab. Nach einem 90-minütigen Wechselbad der Gefühle, aufgeladen mit einer ungemeinen Anspannung aller Anwesenden entließ Kiril Petrenko das Publikum mit einer versöhnlichen Betrachtung der Vergänglichkeit aus Johann Wolfgang von Goethes Faust II.

Erschüttert und gleichzeitig begeistert kamen nach einem fulminanten Applaus über 500 Mitglieder im Königssaal und den Ionischen Sälen mit Solistinnen und Solisten, sowie Orchester- und Chormitgliedern zum anschließenden Empfang zusammen. Bei Getränken und dazu gereichten Speisen kam es zu einem sehr angeregten und anregenden Austausch.

DIE FREUNDE REISEN NACH LINZ

Konzertreise anlässlich der Europatournee des Staatsorchesters

Besser konnte uns Linz an der Donau nicht empfangen: bei strahlendem Sonnenschein zeigte sich die europäische Kulturhauptstadt 2009 von ihrer besten Seite.

Die Freunde des Nationaltheaters freuten sich besonders, dass das Bayerische Staatsorchester im Rahmen der Europatournee auch einen Stop in Linz vorgenommen hat. So hat sich die Gelegenheit geboten, diese für viele doch unbeachtete Stadt näher kennenzulernen. Eine spannende Melange aus KI, Kultur, Architektur und natürlich auch Linzer Torte.

So stand neben dem Konzert im Brucknerhaus mit Mahlers 4. Symphonie, dem Vorspiel zu Tristan und Isolde und dem Klavierkonzert von Robert Schumann selbstverständlich auch ein Besuch der historischen Brucknerorgel im Alten Dom mit einem Konzert des dortigen Domorganisten auf dem Programm.

Einen Blick in die mögliche digitale Zukunft bot eine exklusive Führung durch das Ars Electronica Museum, welche über die verschiedenen Facetten der künstlichen Intelligenz informierte. Einblicke, die für viel spannenden Gesprächsstoff auf dieser Reise sorgten.

WARTEN GEGEN ALLE VERNUNFT

Sie solle doch endlich die Schuhe Ihres verstorbenen Mannes abgeben, sagt man der um ihren verstorbenen Ehemann trauernden Frau. Doch sie kann die Schuhe nicht herausgeben: Was würde er anziehen, wenn er doch wiederkäme?

IL RITORNO / DAS JAHR DES MAGISCHEN DENKENS
Oper von Claudio Monteverdi (1640)/Schauspiel von Joan Didion basierend auf ihren Memoiren (2005).
Kooperation mit dem Residenztheater München

Sie solle doch endlich die Schuhe Ihres verstorbenen Mannes abgeben, sagt man der um ihren verstorbenen Ehemann trauernden Frau. Doch sie kann die Schuhe nicht herausgeben: Was würde er anziehen, wenn er doch wiederkäme?
Eine Frau vermisst ihren Partner, kommt mit der Leerstelle in ihrem Leben nicht zurecht. Im zeitgenössischen Text von Joan Didion wird unmittelbar, wie aktuell und allgegenwärtig auch das überzeitliche Warten der Penelope auf Odysseus für jeden von uns plötzlich werden kann. Da kann zwar die Vernunft die gutgemeinten Worte der Freunde verstehen, dass Herz allerdings verschließt sich der Realität.

Auf wunderbare und zauberhafte Weise hat der Schauspielregisseur Christopher Rüping die Monteverdi-Oper Il ritorno d’Ulisse in patria mit dem Prosatext der amerikanischen Schriftstellerin eng verwoben. Die Grenzen zwischen den Werken werden von Ensemblemitglieder des Residenztheaters München und dem Sängerensemble verwischt. Da glänzen die Mitglieder des Opernstudios der Bayerischen Staatsoper neben dem schon in die Jahre gekommenen Paar Penelope/Odysseus. Alternierend und geschickt verschränkt nehmen die Schauspielerinnen und Schauspieler verschiedenste Rollen und Perspektiven ein.

Ein Abend in der intimen Atmosphäre des Cuvilliés-Theaters, der beim Publikum eine Saite berührt, die sonst oft im Innersten verborgen bleibt.

DAS WARTEN DER KÖRPERLOSEN SCHATTEN

Hanjo, Kurzoper des japanischen Komponisten Toshio Hosokawa im Haus der Kunst mit dem Münchner Kammerorchester unter der Leitung von Lothar Koenigs im Rahmen des Ja, Mai-Festivals an der Bayerischen Staatsoper.

Hanjo, Kurzoper des japanischen Komponisten Toshio Hosokawa im Haus der Kunst mit dem Münchner Kammerorchester unter der Leitung von Lothar Koenigs im Rahmen des Ja, Mai-Festivals an der Bayerischen Staatsoper.

Die Basis der modernen japanischen Kurzoper ist eine klassische Dreiecksgeschichte. Das Mädchen Hanako geht jeden Morgen zum Bahnhof, fährt aber nirgendwo hin, sondern sieht unentwegt auf den Strom der An- und Abreisenden. Die Person, auf die sie seit Jahren wartet, ist nicht unter den Reisenden. Ihr Geliebter, Yoshio, ist schon seit Jahren nicht mehr aufgetaucht. Das Mädchen wohnt bei einer Malerin, die sie aus heimlicher Liebe aufgenommen hat. Die Presse wird auf das schöne Mädchen und seine Treue aufmerksam und veröffentlicht über sie einen Artikel in der Zeitung. Yoshio erkennt sich in der Geschichte selbst und kommt zum Bahnhof. Doch die Malerin will um jeden Preis verhindern, dass Hanako Yoshio sieht. Als der schließlich doch vor ihr steht, erkennt sie in ihm nicht die von ihr so sehnsüchtig erwartete Person. Hat nun die Liebe zwischen den beiden Frauen eine Zukunft?
Im Haus der Kunst wurde der Schwebezustand der Personen im Stück durch eine zarte Plexiglasbühnenkonstruktion gespiegelt, die sich als feiner Schattenriss an der Wand abzeichnete. Wie die Bühne immer wieder ihre Position veränderte, verhielten sich auch die Tänzerinnen und Tänzer zu den drei Protagonisten: immer in Bewegung, im Fluss nie auf einer finalen Position verharrend - wie das Warten selbst.

Geschichten einer Ausstellung

Für die Sonderführungen 500 JAHRE STAATSORCHESTER konnten wir Thomas Herbst gewinnen. Er und sein Guarneri-Bass stehen sozusagen als Pulsgeber in der Reihe der Kontrabässe des Bayerischen Staatsorchesters.

Für die Sonderführungen 500 JAHRE STAATSORCHESTER konnten wir Thomas Herbst gewinnen. Er und sein Guarneri-Bass stehen sozusagen als Pulsgeber in der Reihe der Kontrabässe des Bayerischen Staatsorchesters. So ist sich Thomas Herbst der langen Tradition des Orchesters bewusst und „schreibt“ sogleich mit jeder klingenden Note die Geschichte des Klangkörpers aktiv mit. Mit seinem spezialisierten Fachwissen als Künstler und dem Insiderwissen als Orchestermitglied konnten wir uns keinen besseren Guide durch die Ausstellung, die von den Freunden zum Jubiläum des Staatsorchesters finanziert wurde, vorstellen.

Passionskonzert 2023

Die Musik von Johann Sebastian Bach bildete den würdevollen Rahmen für das diesjährige Passionskonzert in der Allerheiligen-Hofkirche der Residenz.

Die Musik von Johann Sebastian Bach bildete den würdevollen Rahmen für das diesjährige Passionskonzert in der Allerheiligen-Hofkirche der Residenz. Das restlos ausverkaufte Auditorium wurde dabei mit Ausschnitten aus der Johannespassion, der Matthäuspassion sowie einer Passionskantate des Komponisten auf die bevorstehende Karwoche eingestimmt.

Prof. Dr. Marcus Schlemmer, Chefarzt der Palliativstation der Barmherzigen Brüder, ging in seinen Reden auf den Prozess des Abschiednehmens  ein und erzählte sehr eindringlich von seinen persönlichen Erfahrungen bei seiner Arbeit als Palliativmediziner. 

Die bis zum Schluss gebannten Zuhörer dankten für diesen nachdenklichen und zugleich tröstlichen Abend mit anhaltendem Applaus. 

Freudiges Wiedersehen

51. Wiedersehenstreffens ehemaliger Ensemblemitglieder und verdienter Persönlichkeiten an der Bayerischen Staatsoper

Es ist wohl in der gesamten Opernwelt einmalig: seit 1968 veranstalten die Freunde des Nationaltheaters ein Wiedersehenstreffen ehemaliger Ensemblemitglieder und verdienter Persönlichkeiten, die an der Bayerischen Staatsoper gesungen, musiziert oder an anderen Positionen gewirkt haben.

So konnte am Sonntag, den 19. Februar, mit der Aufführung der Oper Manon Lescaut von Giacomo Puccini, das 51. Wiedersehenstreffen stattfinden.

Nach einem kleinen Empfang im Ionischen Saal und der Festaufführung schritten die 80 Gäste zum festlichen Abendessen in den Königssaal des Nationaltheaters. Begrüßen durften wir u.a. Ks. Ingeborg Hallstein, Ks. Christopher Robson, Ks. Willi Brockmeier, Ks. Marie-Louise Gilles, Ks. Annelie Waas, Ks. Franz-Josef Kapellmann, Ks. Eike Wim Schulte, Jane Henschel, Ks. Gudrun Wewezow, Ks. Gabriele Schnaut, Ivan Lisk, Peter Jolesch, Hans Schöneberger, Annegher Stumphius, Peter Wöpke, Ks. Lilian Sukis, Ks. Ulrich Reß, Prof. Jürgen Rose sowie die Sängerinnen und Sänger des Abends.  

Sonderausstellung 500 Jahre Staatsorchester

Viele unserer Mitglieder haben den Ausstellungswechsel schon gespannt erwartet und am 27. Januar war es so weit: Die neue Ausstellung 500 JAHRE BAYERISCHES STAATSORCHESTER wurde im Freunde-Foyer feierlich eröffnet.

Viele unserer Mitglieder haben den Ausstellungswechsel schon gespannt erwartet und am 27. Januar war es so weit: Die neue Ausstellung 500 JAHRE BAYERISCHES STAATSORCHESTER wurde im Freunde-Foyer feierlich eröffnet.

Neben Herrn Staatsintendant Serge Dorny sprachen an diesem Abend auch Vertreter des Orchesters sowie die Ausstellungsmacher zu den geladenen Gästen. Wir konnten alle spüren, wie stolz diese ein halbes Jahrtausend andauernde Tradition die heutigen Mitglieder des Staatsorchesters macht.

Um die lange Tradition fassbar zu machen - und das ist bei einem Klangkörper naturgemäß eine fast unlösbare Aufgabe – hatten uns die Musiker und Musikerinnen Instrumente mitgebracht, die schon sehr lange und geschichtsträchtig an der Staatsoper mitwirken. Zum einen wurde das original Franz Strauss-Horn von Milena Viotti u.a. mit dem berühmten "Siegfried-Ruf" vorgestellt  sowie die originale Holztrompete des Tristan von Richard Wagner. Klingende Geschichte, wie sie uns nicht plastischer hätte nähergebracht werden können.

Außergewöhnliche Instrumente im Besitz und in Benutzung des Bayerischen Staatsorchesters werden das ganze Jahr über in zahlreichen Aufführungen zu hören sein. In dieser Zeit werden sie auch wechselnd in der Ausstellung präsentiert werden und so lohnt sich ein wiederholter Besuch der Ausstellung.

FRANZ STRAUSS-HORN | 3. Akademiekonzert 09./10.01.23

STROHFIEDEL, PORTH-PAUKE | Salome 01./04./ 08.03.23

HOLZTROMPETE, BASSKLARINETTE IN A | Tristan und Isolde 06./10./15.04.23

AIDA-TROMPETEN (FANFAREN) | Aida 18./21./24.05.23

VIOLA NR. 1, GUARNERI-BASS | 05./09./12.11.23 

KLAVIATURGLOCKENSPIEL, PAPAGENO-FLÖTE | 17./19./21.12.23

OPERcussion CD-Release

Ist das wirklich „Staatsoper“, was da aus der Muffathalle an der Isar tönt, könnte sich manch einer gefragt haben, der am 20. Januar abends dort vorbeispaziert ist...

Ist das wirklich „Staatsoper“, was da aus der Muffathalle an der Isar tönt, könnte sich manch einer gefragt haben, der am 20. Januar abends dort vorbeispaziert ist.

Die Klänge erinnerten eher an heiße Rhythmen aus fernen Ländern als an hehre Musik aus der Maximilianstraße. Doch es war schon richtig: Claudio Estay, Thomas März, Maxime Pidoux, Pieter Roijen und Carlos Vera Larrucea sind allesamt Schlagzeuger aus dem Bayerischen Staatsorchester. Und sie feierten zusammen mit ihrem Publikum das Erscheinen ihrer CD ORIGINAL GROOVES auf dem staatsopereigenen Label; seit Mai 2021 dokumentiert die Bayerische Staatsoper nämlich unter BAYERISCHE STAATSOPER RECORDINGS ihre Exzellenz, Vielseitigkeit und Tradition.

Die Freunde haben die CD der einzigartigen Schlagwerkformation großzügig gefördert und so waren wir stolz diese gelebte Lebensfreude in all Ihrer Virtuosität und Liebe zur Musik erleben zu dürfen.

Unterstützt wurden die Schlagwerker auf Ihrer weiten Reise von Bach über Mozart bis zu Piazzolla noch von Julia Pfister (Geige) sowie den Ensemblemitgliedern Juliana Zara und  Galeano Salas (Gesang).

Die CD kann ab sofort im Opernshop oder auf der Seite der Bayerischen Staatsoper erworben werden.

Spring doch!

Besuch des Musiktheaters für Kinder ab 8 Jahren

Da war ganz schön was los im Probengebäude der Bayerischen Staatsoper! Über 200 Kinder, waren unterwegs, um im großen Probensaal des Nationaltheaters - dem Rennertsaal - die Kinderoper SPRING DOCH von Gordon Kampe zu erleben. David Bösch inszenierte eindrucksvoll die Geschichte um Lena, die sich zu dem Satz hinreißen lässt: „Ich springe heute Nachmittag vom Dreimeter!“ Eine Mutprobe - aber auch ein Akt der Emanzipation, der Befreiung und der Selbstüberwindung.

Zwei Sängerinnen und zwei Sänger, ein Kinderchor sowie ein kleines Instrumentalensemble erzählten von den großen und kleinen Herausforderungen vor dem großen Sprung.

SZ-Kultursalon

Der SZ-Kultursalon war im Nationaltheater zu Gast mit dem Thema "ALTES, EHRWÜRDIGES HAUS & NEUE IDEEN. DAS NATIONALTHEATER MUSS SANIERT WERDEN. WARUM UND WIE?"

Auf Initiative der Freunde und Einladung der Süddeutschen Zeitung fand die lose Reihe SZ KULTURSALON im Dezember thematisch sinnhaft in der Rheingoldbar der Bayerischen Staatsoper statt. Susanne Hermanski, leitende Kulturredakteurin der SZ diskutierte mit Serge Dorny und Anna Kleeblatt, Kulturmanagerin und Vorständin der Freunde: ALTES, EHRWÜRDIGES HAUS & NEUE IDEEN. DAS NATIONALTHEATER MUSS SANIERT WERDEN. WARUM UND WIE?

Kontrovers, spannend und informativ verlief die Runde und das Publikum wurde mit der dringenden Bitte entlassen, die Münchner Kulturinstitutionen und -bauten bei den anstehenden Renovierungen und Erneuerungen in den kommenden Jahren tatkräftig zu unterstützen. Das Interesse an diesem Thema war immens. Die Rheingoldbar war bis auf den letzten Stehplatz besetzt.

Sollten Sie nicht dabei gewesen sein, haben wir diesen Abend für Sie aufgezeichnet.

Unter diesem Link können Sie die Diskussion nochmals verfolgen.

Einblicke und Hintergründe

Sonderführungen zum Thema "Fokus Sanierung Nationaltheater"

Einen exklusiven Einblick in das Innerste des Nationaltheaters bieten die Sonderführungen im Hinblick auf die bevorstehende Generalsanierung unserer Münchner Oper. Der geschäftsführende Direktor der Bayerischen Staatsoper, Dr. Roland Schwab, hat es sich am 11. November 2022 nicht nehmen lassen, unsere Mitglieder persönlich durch das Haus zu führen. Damit eröffnete er einen losen Reigen von Führungen – so in den kommenden Monaten etwa einmal im Monat – bei welchen er den Freunden am Denkmal selbst den baulichen Zustand aufzeigen möchte.
 

Das Interesse an diesen Führungen ist sehr hoch. Wir bieten deswegen in den Folgemonaten noch weitere Führungen an. Bitte beachten Sie dazu unsere Rundschreiben sowie die Veranstaltungen auf unserer Website.

Wenn Freunde feiern

Konzert und Staatsempfang zum Jubiläum 70 Jahre Freunde des Nationaltheaters

Den festlichen Höhepunkt im Jubiläumsjahr der Freunde des Nationaltheaters bildete das BÜRGER: INNENKONZERT mit dem Bayerischen Staatsorchester. Auf dem Programm dieser Matinee stand das traumhaft schöne CELLOKONZERT von Edvard Elgar mit Maximilian Hornung als Solisten, sowie die DREI SYMPHONISCHEN SKIZZEN LA MER von Claude Debussy. Am Pult gab Joseph Bastian sein Debut.

Emporgehoben wurde der Festakt durch eine besondere Wertschätzung der Bayerischen Staatsregierung: zum 70. Geburtstag der Freunde lud der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst Markus Blume die Mitglieder des Vereins, sowie weitere Ehrengäste aus dem In- und Ausland, Vertreter der Kultur, Politik und Gesellschaft, sowie natürlich auch das Staatsorchester zu einem festlichen Staatsempfang in den Königssaal und die angrenzenden Räume des Nationaltheaters ein. Es sprachen Staatsintendant Serge Dorny, Staatsminister Markus Blume, sowie unsere Vorständin Anna Kleeblatt. Untermalt wurde der Festakt von den Hornist:innen des Bayerischen Staatsorchesters.

Wellentanz

Ein tanzpoetischer Nachmittag für die Jüngsten im Nationaltheater.

Zur großer Begeisterung fand in der Parkettgarderobe des Nationaltheaters die Premiere eines neuen Tanztheaterstückes für die jüngsten Besucher der Bayerischen Staatsoper statt. 

Die jungen "Freunde" durften mit dem Stück "Wie der Fisch zum Meer fand" in eine poetisch getanzte Inszenierung eintauchen, welche die Regisseurin Franziska Angerer nach Szenen aus Generation Goldfish von Charlotte Edmonds mit Tänzer:innen des Bayerischen Staatsballets in Szene setzte. 

So waren die Kinder ab 4 Jahren fasziniert von der Magie des Tanzes, welche durch die akkustischen Elemente von Katya Richardson alle Besucher:innen im ausverkauften Raum in eine phantasievolle Meereslandschaft entführte.  

 

Präsidial

Die neue Präsidentengalerie im Prinzregententheater

Das Ende der 7jährigen Amtszeit des Proäsidenten der Theaterakademie August Everding,Prof. Hans-Jürgen Drescher, wurde zum Anlass genommen, dessen positive Präsenz am Haus auch bildlich sichbar zu erhalten.

So konnte Ende Juli die Präsidentengalerie im Prinzregententheater eröffnet werden, wo alle Präsidenten seit der Gründung durch August Everding dargestellt werden. Die bekannte Portraifotographin Herlinde Kölbl konnte dafür gewonnen werden, Prof. Hans-Jürgen Drescher abzulichten. Es finden sich daneben wunderbare Bilder von August Everding, Klaus Schultz, Peter Ruzicka, Hellmuth Matiasek, Christoph Albrecht und Klaus Zehelein. 

Erlebnis Porträtgalerie

Nerostift und Gouache auf Bütten, Holzrelief, Video, Bleistift und Buntstift auf Papier, Digital -Print, Chromogenic Print, Mischtechnik auf Holz, Stickerei auf Fotografie…

Nerostift und Gouache auf Bütten, Holzrelief, Video, Bleistift und Buntstift auf Papier, Digital -Print, Chromogenic Print, Mischtechnik auf Holz, Stickerei auf Fotografie…

So vielfältig wie die Stimmen auf der Opernbühne der Bayerischen Staatsoper sind auch die Techniken, mit denen in den letzten Jahren die neuen Zugänge der Porträtgalerie durch verschiedenste Künstler:innen geschaffen wurden.

Dr. Brigitte Ulsess, Kunsthistorikerin und beratendes Mitglied bei den Freunden des Nationaltheaters gewährte uns bei einer Führung durch die Porträtgalerie der Bayerischen Staatsoper einen umfassenden Blick auf die verschiedensten Facetten eines zeitgenössischen Porträts. Neben den Eckdaten der Porträtierten und deren Schaffen, der Vita des bildenden Künstlers, dessen Herangehensweise inklusive Technik und Material spielen diverse Aspekte eine weitreichende Rolle bei der Entstehung eines Künstlerporträts.

Mit geöffneten Augen werde ich nun die vielen Porträts ganz anders sehen können und habe auch schon zwei Bilder ins Auge gefasst, vor denen ich mich in der nächsten Opernpause länger aufhalten möchte…

EIN SOMMERNACHTSTRAUM

Bei strahlendem Sonnenschein vor den Pforten des Nationaltheaters trafen sich am Dienstagvormittag 100 Mitglieder der Freunde des Nationaltheaters im Freunde-Foyer zum Probenbesuch des SOMMERNACHTTRAUMS.

Bei strahlendem Sonnenschein vor den Pforten des Nationaltheaters trafen sich am Dienstagvormittag 100 Mitglieder der Freunde des Nationaltheaters im Freunde-Foyer zum Probenbesuch des SOMMERNACHTTRAUMS.

Nach der herzlichen Begrüßung durch unseren Vorstand Dr. Siegfried Kneißl und der energetischen Einführung des Dramaturgen Dr. Serge Honegger war es uns eine besondere Ehre den neuen Direktor des Bayerischen Staatsballetts Laurent Hilaire persönlich kennenzulernen. Er begrüßte die Freunde und bekundete ebenfalls seine große Freude über das Zusammentreffen. Unsere Vorsitzende Barbara Malisch erwiderte die Worte charmant auf Französisch und hieß den neuen Ballettdirektor sehr herzlich an seiner neuen Wirkungsstätte willkommen.

Als Sitzplätze standen unseren Mitgliedern die wunderschönen Plätze im Balkon und im 1. Rang zur Verfügung, somit hatten alle freie Sicht auf das Bühnengeschehen.

Eine Bühnenorchester-Probe stand an. Was bedeutet das im Probenbetrieb des Bayerischen Staatsballetts?
Basis dieser Probe ist es, dass das Bayerische Staatsorchester zu einer Probe auf der Hauptbühne für das gesamten Ballettensembles spielt – normalerweise sind hierfür natürlich keine Zuschauer vorgesehen.  Die Kostüme sind nur zum Teil im Original, Maske gibt es keine und auch die Beleuchtung/Technik sind noch im Arbeitsprozess. Die Tänzer:innen „markieren“ partiell ihre Partien - auch um die Kräfte für die echten Aufführungen zu sparen. In unserem Fall war noch am gleichen Abend die Wiederaufnahmepremiere auf dem Programm. Optisch anfangs irritierend waren private Trainingsklamotten neben wunderschönen Originalkostümen (Jürgen Rose) im Einsatz. Die perfekte Bühnenillusion stellte sich so natürlich nicht ein, dafür ließen die Tänzer:innen uns aber an zahlreichen Facetten ihrer Persönlichkeit und des Probenprozesses teilhaben. Eine Nähe der anderen Art war an diesem Vormittag für die Mitglieder zu spüren.

Indes ist John Neumeiers Meisterwerk in seiner choreographischen Kraft und intensiven Dramaturgie einzigartig. Der Musik von Felix Mendelssohn-Bartholdys SOMMERNACHTSTRAUM-Partitur stehen Györgi Ligetis elektronische Orgelklänge und Drehorgelklänge entgegen - ein Sinnbild für die verschiedenen Sphären im Stück.

Zum Ende des 1. Akts trafen sich die Mitglieder tief beeindruckt und angeregt im Freunde-Foyer zu Butterbrezen, Petit Fours und Getränken. Diesen Probenbesuch empfanden viele wie einen kurzen SOMMERNACHTSTRAUM.

Wiedersehen beim Rosenkavalier

Das Wiedersehenstreffen feiert sein 50. Jubiläum mit dem ROSENKAVALIER.

Am Sonntag,15. Mai 2022, luden die Freunde des Nationaltheaters zum 50. Mal zum Wiedersehenstreffen ehemaliger Ensemblemitglieder der Bayerischen Staatsoper ein.

Bei einem solchen Jubiläum kam natürlich nur eine ganz besondere Aufführung in Frage. DER ROSENKAVALIER von Richard Strauss, dirigiert von Generalmusikdirektor Vladimir Jurowski in der Inszenierung von Barrie Kosky. Diese Inszenierung hatte in der letzten Spielzeit Premiere und war – durch die bekannten Umstände - so den allermeisten unter ihnen noch unbekannt. Dagegen hatten alle die ROSENKAVALIER-Inszenierung von Otto Schenk in der Ausstattung von Jürgen Rose in allerbester Erinnerung und tief in ihr Herz geschlossen.

Die Stars vergangener Zeiten wurden im – wie der Name schon vorgibt - Hausgöttersaal und der neuen Rheingoldbar empfangen. Unter ihnen befanden sich die Kammersängerinnen und Kammersänger Gertrud Freedmann, Ortrud Wenkel, Lilian Sukis, Gudrun Wewezow, Ingeborg Hallstein, Edith Mathis, Willi Brokmeier, Eike Wim Schulte. Die Gäste tauschten sich aus und genossen das Zusammensein unter Gleichgesinnten.

Dann freilich folgte der Höhepunkt des Tages, auf den sich alle freuten, der aber auch skeptisch erwartet wurde. DER ROSENKAVALIER von Richard Strauss in der Neuinszenierung von Barrie Kosky.

Zur Pause gab es dann sehr angeregte, auch kritische Unterhaltung über Werktreue im Allgemeinen und über modernes Regietheater im Besonderen. Schnell war aber auch der Tenor nicht zu überhören, welch großartiger Vorstellung wir hier beiwohnen konnten.

In der zweiten Pause wurden die Gäste zum Empfang in die Rheingoldbar gebeten. Zu unser aller Freude begrüßte der Staatsintendant Serge Dorny die ehemaligen Künstler mit einer sehr persönlichen Ansprache und führte anschließend mit den einzelnen Künstler:innen anregende Unterhaltungen. Von der Intendanz der Bayerischen Staatsoper waren neben anderen die Direktorin des Musikalischen Bereichs, Frau Annette Zühlke, der Direktor des Künstlerischen Betriebs, Herr Tillmann Wiegand, sowie Tobias Truniger, Leiter des Opernstudios vertreten.

Nach einem fulminanten 3. Akt und einem wehmütigen Finale entließ uns der ROSENKAVALIER mit der Erkenntnis, dass jede Inszenierung, ob nun alt oder neu, in allerhöchster Qualität und mit 100%igem Herzblut, ein unbedingtes Fest für Augen und Ohren ist.

In diesem Sinne freuen wir uns mit den „Ehemaligen“ auf das nächste Wiedersehenstreffen im kommenden Jahr.

Kammersängerin Ortrud Wenkel

Staatsintendant Serge Dorny und Anna Kleeblatt begrüßen die Gäste.

Kammersängerin Edith Mathis im Gespräch mit dem ehem. Operndirektor Ronald Adler

IM HERZEN EUROPAS

Als Zeichen des Aufbruchs kann man sie sicherlich sehen: die Reise unserer Mitglieder in das Herz Europas nach Brüssel.

Als Zeichen des Aufbruchs kann man sie sicherlich sehen: die Reise unserer Mitglieder in das Herz Europas nach Brüssel. In den Zeiten der Pandemie wurden die Stimmen immer lauter, sobald es geht die Tradition der beliebten Mitgliederreisen in die Kulturstätten Europas fortzusetzen.

Und so wurde das Gastspiel des Bayerischen Staatsorchesters nach Brüssel als Anlass genommen, dieses mit einem spannenden Begleitprogramm zu flankieren. So ging es gleich wahrhaft königlich los mit einem Empfang im Salon Royal des königlichen Opernhauses La Monnaie. Stolz erklomm man die Stufen im prachtvollen Treppenhaus des eleganten Theaterbaus, um dann durch die Loge des belgischen Königshauses diesen Raum zu betreten, der als architektonischer Gegenpol im Stile der post-moderne entstanden ist und an sich nur dem Regierenden Haus vorbehalten ist. Welche Ehre für den Besuch aus München. Und welch Auftakt zur Premiere von IL TRITTICO von Giacomo Puccini, die an diesem Abend in der Regie von Tobias Kratzer und unter dem Dirigat von Alain Altinoglu aufgeführt wurde.  Ein spannender Opernabend mit einer klug durchdachten Inszenierung der drei Operneinakter. Das Publikum belohnte diese Aufführungen mit langanhaltendem Applaus und der Regisseur Tobias Kratzer – ein Absolvent der Theaterakademie August Everding – konnte damit eine Perle mehr auf seiner Kette der Erfolge auffädeln.

Es liegt auf der Hand, dass man eine Stadt wie Brüssel auch erkunden muss, und so bot sich die Gelegenheit am folgenden Tag bei einem kundig geführten Spaziergang einen Teil dieser europäischen Metropole zu besichtigen, bevor man den nächsten Höhepunkt der Reise erlebte.

Das Opernhaus La Monnaie öffnete die Türen des Probengebäudes, so dass man – nach einem Gang durch die Kostümabteilung und den Fundus des Theaters -zu einem ganz besonderen Atelier gekommen ist: dem „atelier museal“. In diesem erwartete uns ein prachtvolles, bedienbares Bühnenmodell des Markgräflichen Opernhauses Bayreuth – welch Überraschung! Und dazu gesellte sich der Regisseur der Premiere IL TRITTICO, Tobias Kratzer, der eine sehr eindrucksvolle Erklärung des Inszenierungsprozesses zu diesem Puccini-Abend gab. Die Fragen der Mitreisenden ergaben sich von ganz allein, und so konnten wir beglückt auf einen inhaltlich reichen Vormittag schauen.

Voller Erwartung sah man nun dem Konzert des Bayerischen Staatsorchesters am Abend im wunderschönen Henry-Le-Boeuf-Saal des Palais des Beaux-Arts entgegen. Was für ein Erlebnis in dem von Victor Horta im Jugendstil gehaltenen Konzertsaal „unser“ Orchester unter der Leitung von Vladimir Jurowski zu erleben. Mit einem Programm, welches passender nicht sein kann: so erklang zum Abschluss des Konzertes, nach Stücken von Benjamin Britten und Debussy, das wohl zentralste Stück von Maurice Ravel: La Valse. Eine Komposition, die einen durch ihre anfänglich impressionistische Schönheit in den Bann zieht um sich dann im allgemeinen Chaos der Walzerseeligkeit aufzulösen. Es ist selbstverständlich, dass man in dieser Zeit nicht die Schrecken des Krieges in der Ukraine vergessen darf. Und so war es ein tiefes Bedürfnis der Sängerin des Abends, Sabine Devieilhe überzeugend, einem Gebet gleich ein ukrainisches Volkslied vorzutragen, nur begleitet durch Vladimir Jurowski am Klavier. Auch das Staatsorchester beteiligte sich musikalisch an einem Beitrag gegen diesen unsäglichen Krieg. Mit Claude Debussys Berceuse héroique erklang ein Stück, welches der Komponist als sein letztes Werk vollendete, unter dem Eindruck des gerade begonnen ersten Weltkrieges. Zuvor hatte sich der Dirigent mit eindringlichen Worten an das Publikum gewandt und diesen Krieg gegen die Ukraine scharf verurteilt.

Ein zutiefst packender Konzertabend, der einen sehr nachdenklich machte, aber auch stolz auf die Leistungen des Bayerischen Staatsorchesters im „Herzen Europas“. 

So hat das Motto der Konzerte dieses Festivals eine noch tiefere Bedeutung bekommen und drückte den Wunsch aller Mitreisender aus: together is a beautiful place to be.

Der Regisseur Tobias Kratzer steht unseren Mitgliedern "Rede und Antwort"

Die Vorstände Andreas Bittkau und Barbara Malisch mit dem Regisseur Tobias Kratzer (v.l.)

Sonderbesichtigungen

Ein erlesener Kreis von Freunden traf sich 4 Mal zur Mittagszeit…

Ein erlesener Kreis von Freunden traf sich 4 Mal zur Mittagszeit…

Was wie der Beginn eines Märchens klingt, ist in Wahrheit die Kurzzusammenfassung der exklusiven Sonderbesichtigungen unserer Mitglieder in der Jubiläumsausstellung im Freunde-Foyer.

Für etwa 1,5 Stunden waren die Historie der Freunde und die Baugeschichte des Nationaltheaters unsere gemeinsamen Themen. Unser Geschäftsführer Andreas Schwankhart und der Vorstand Msgr. Dr. Siegfried Kneißl begrüßten die Runde und führten locker durch die Ausstellung. So manches Erlebnis unserer Mitglieder blitze im Zusammenhang mit den Schautafeln auf und wurde rege ausgetauscht. Sogar an die Eröffnung des Nationaltheaters 1962 konnten sich einige noch persönlich erinnern. 

Wir waren über Ihre Beteiligung und Interesse begeistert und würden uns sehr freuen, Sie bald wieder begrüßen zu dürfen.

Max und die Superheld:innen

Das im vergangenen Jahr neu gegründete Team von „Kind&Co“ der Bayerischen Staatsoper entführt unsere Kinder ab 6 Jahren im März 2022 mit diesem Musiktheater über „Max und seine Superheld:innen“ in die Welt der Oper.

Das im vergangenen Jahr neu gegründete Team von „Kind&Co“ der Bayerischen Staatsoper entführt unsere Kinder ab 6 Jahren im März 2022 mit diesem Musiktheater über „Max und seine Superheld:innen“ in die Welt der Oper.

Dieses Mal begleite ich meinen Großneffen Caspar-Nepomuk, den älteren Bruder von Thibauld, mit dem zusammen ich bereits den kleinen Mondbär angeschaut habe. Im „Rennert Saal“ ist genügend Platz für Jung und Alt und der Bühnenraum groß genug, um auch den Mitgliedern des Bayerischen Staatsorchesters Platz zu bieten.

Die Geschichte von Max ist schnell erzählt. Max,10, ist ein eher schüchterner Junge, der in der Schule nicht viel Freunde hat. Er hat aber eine ganz besondere Gabe. Er kann ausgezeichnet Bogenschießen! Nun muß er sein Können bei der Schulmeisterschaft im Bogenschießen unter Beweis stellen. Doch oh weh, vor Aufregung trifft Max nicht mehr ins Schwarze. Plötzlich findet Max ein Nachricht. Darauf steht: “ Zauberpfeile sind eine Gabe, bei den Wölfen in der Wabe, Mitternacht, oh finstere Zeit, tief im Wald-bist Du bereit?“ Und nun beginnt das Abenteuer von Max und seinen Superheld:innen, um diese Zauberpfeile in der Wolfsschlucht zu finden und gleichzeitig den Wald und die Tiere zu retten. Die Superheld:innen sind die Königin der Nacht; der fliegende Holländer und Puck der Kobold.

Die Musik aus: Der Freischütz; Die Zauberflöte; Ein Sommernachtstraum und Der fliegende Holländer verzaubert nicht nur die Erwachsenen, sonder lässt auch die Kinder unbewußt in die neue Welt der Oper eintauchen. Zu einer guten Geschichte gehört natürlich auch ein „happy end“! Max findet sein Selbstvertrauen beim Bogenschießen wieder und entdeckt, dass auch in ihm ein „Superheld“ steckt und dass er durch seinen Mut und die Kraft des Guten neue Freundschaften geschlossen hat.

Caspar- Nepomuk fragt mich beim Herausgehen, ob wir uns das nächste Mal denn endlich in der echten Oper treffen könnten. Der Bayerischen Staatsoper und allen Förder:innen kann man nur dankbar sein, dass sie Familien, Kindern, Jugendlichen und Schulen die Möglichkeit bieten die Welt der Oper kennen zu lernen.

Ausstellungseröffnung im Nationaltheater zum 70. Geburtstag der „Freunde“

Endlich was zu feiern! Die „Freunde des Nationaltheaters“ begehen mit der Eröffnung einer großen Dauerausstellung im Nationaltheater ihren 70. Geburtstag.

Endlich was zu feiern! Die „Freunde des Nationaltheaters“ begehen mit der Eröffnung einer großen Dauerausstellung im Nationaltheater ihren 70. Geburtstag.

Die Gründung des Vereins der „Freunde des Nationaltheaters“ 1951 ist der Startschuss für die Bayerische Staatsoper zu neuem Leben. Nachdem 1943 durch einen Luftangriff weite Teile der Münchner Innenstadt und auch des Nationaltheaters bis auf die Grundmauern zerstört worden sind, ist am Max-Joseph-Platz an keinen Theaterbetrieb mehr zu denken. In den Nachkriegsjahren bespielt die Oper das Prinzregententheater, der Wiederaufbau des Nationaltheaters erscheint aus Kostengründen unmöglich. Und dann ereignet sich eine unglaubliche Bürgerinitiative: 1951 gründen 12 Bürger der Stadt den Verein „Freunde des Nationaltheaters“, um Geld für den Wiederaufbau zu sammeln. Der Rest ist Legende… Insgesamt werden über 4 Millionen DM gesammelt und der entscheidende Impuls zum Wiederaufbau wird gegen alle Widerstände gesetzt.

Soweit die erste Initiative der „Freunde“ in sehr kurzem Abriss; dabei ist diese Geschichte in all ihren Facetten natürlich ungemein vielschichtiger und dauert bis heute erfolgreich an. Um sie bildgewaltig zu erfassen und die immense Kraft der Bürgerinitiative voll begreifen zu können, wurde nun am 17. Dezember 2021 im Freunde-Foyer des Nationaltheaters die Ausstellung „70 Jahre Engagement mit Freude“ eröffnet. Staatsintendant Serge Dorny betonte im kleinen Kreis die Freude über die Synergie, mit der die „Freunde“ und die Staatsoper seit Jahrzehnten gemeinsam in München wirken, über einen Zuwachs an „Freunden“ würden er und seine Mitarbeiter:innen sich natürlich am meisten freuen.

Die Ausstellung zur Baugeschichte und die damit untrennbar verbundene Vereinsgeschichte der „Freunde“ erstreckt sich mit verschiedenen interdisziplinären Ausstellungstücken über das ganze Freunde-Foyer, reicht also vom Marstallplatz bis zum Parkettfoyer. Mit einem extra neu installierten Lichtkonzept wurde diesen Räumen neuer Glanz verliehen und das Freunde-Foyer auch für zukünftige Ausstellungen aufgewertet.

Ab jetzt können Sie an jedem Opernabend die Ausstellung besuchen und an der Bar auf die Zuneigung der Bürger:innen und „Freunde“ zu Ihrem Nationaltheater anstoßen.

Andreas Bittkau, Barbara Malisch (beide Vorstände der Freunde des Nationaltheaters), Staatsintendant Serge Dorny - v.l.n.r.

Bürger:innenkonzert 2021

Natürlich ist das Bürger:innenkonzert der Freunde des Nationaltheaters immer eine exklusive Veranstaltung. Doch...

Natürlich ist das Bürger:innenkonzert der Freunde des Nationaltheaters immer eine exklusive Veranstaltung. Doch in diesem Jahr war es wirklich ein Unikat, fielen doch die beiden folgenden Akademie-Abende mit demselben Programm der Corona-Pandemie zum Opfer. Exklusiv war die Matinee des Bayerischen Staatsorchesters noch aus einem zweiten Grund: Generalmusikdirektor (GMD) Vladimir Jurowski gab zu jedem Stück eine kleine, unterhaltsame Einführung. Und so fand Barbara Malisch, die neue Vorsitzende des Vorstands der Freunde des Nationaltheaters, in ihrer Rede auch eine viel bessere Erklärung für die Abkürzung GMD:Bei Vladimir Jurowski stehen die Buchstaben für Geburtshelfer - Musik – Dienen“.

Gespielt wurden beim Konzert ausschließlich Werke von Dmitri Schostakowitsch, alle aus seiner frühen Schaffensperiode zwischen 1923 und 1929. In dieser Zeit entstand auch seine erste Oper „Die Nase“, die kürzlich an der Bayerischen Staatsoper zum ersten Mal in München aufgeführt wurde. Insofern war das Konzert die perfekte Ergänzung dazu. Jurowski ist seit dieser Saison Generalmusikdirektor und zusammen mit dem neuen Intendanten Serge Dorny hat er eine komplett andere Vorstellung von Kommunikation mit dem Publikum. Eine neue Ära zweier Männer, die Oper und klassische Musik generell nicht als elitäre Angelegenheit, sondern als demokratisches Projekt für alle begreifen.

Neben hinreißender Musik gab es also viel – den meisten Unbekanntes­ – über Schostakowitsch zu erfahren: Unter anderem, dass er seine Version des berühmten „Tea for Two“ aus dem Musical „No, No, Nanette“ von Vincent Youmans in 45 Minuten niederschrieb, als Folge einer Wette mit dem Dirigenten Nikolai Malko. Wahrheit oder Legende? Egal, das fantastisch orchestrierte Stück klingt viel besser als das Original!

Ein weiteres Highlight des Vormittags: Die gefeierte Pianistin Sophie Pacini übernahm sämtliche Klavier-Parts, obwohl es gar kein Solo-Stück für sie gab. Ein extrem uneitler Auftritt!

Fazit nach fast drei Stunden: Keine Sekunde langweilig, großartig musiziert. Wer nicht dabei war, hat wirklich etwas verpasst!

Der kleine Mondbär

Ein Erlebnisbericht von Christiane Gräfin Ballestrem, die zusammen mit Ihrem Großneffen einen Opernvormittag im Nationaltheaer verbrachte.

Wer kennt nicht den kleinen Bären aus dem Bilderbuch „Der kleine Mondbär“ , der den Mond zu sich nach Hause in seine Höhle holt. Er will ihn ganz für sich allein haben, denn der Mond ist sein bester Freund. Nach diesem zauberhaften Bilderbuch hat das neu entstandene Team von „Kind & Co“ ein Musiktheater für unsere Kleinsten ab 3 Jahren kreiert.

Thibault, 4 Jahre, und ich hatten uns schon Tage vor der Vorstellung verabredet, um den Vollmond über München zu bewundern und noch einmal die Geschichte vom kleinen Mondbär vorzulesen.

Voll Vorfreude und gut vorbereitet hatten mein Großneffe und ich nun unseren ersten gemeinsamen „Opernvormittag“. Im Foyer der Garderobe erwarteten uns Matratzen zum Sitzen, eine echte Bärenhöhle, Musikinstrumente und ein riesiger mit Gas gefüllter weißer Luftballon, den Thibault sofort als Mond erkannte.

Und schon hören wir ein brummiges Grunzen aus der Bärenhöhle und ein kleiner Bär schlendert tapsig aus der Höhle heraus, begleitet von den Klängen der Musikinstrumente. Mit viel Phantasie, Kreativität und Gesang führen uns nun Bär, Hase,Dachs,Rabe und Specht durch eine der etwas abgewandelten „Gute Nacht-Geschichten“ des kleinen Mondbären von Rolf Fänger und Ulrike Möltken.

Bekannte Lieder wie „Der Mond ist aufgegangen“, nach dem Gedicht von Matthias Claudius; eine Arie aus der Oper Rusalka von Antonin Dvorák, „Lied an den Mond“ „Der Mond ist fort“ von Carl Orff und Fragmente aus zwei bekannten Kompositionen von Beethoven und Debussy lassen unseren Helden den Bären und und die vier weiteren Figuren die Geschichte musikalisch und szenisch durchleben.

Der aufmerksame Zuschauer bzw. Zuhörer erkennt nach kurzer Zeit, dass jedem Tier ein Instrument zugeordnet ist. So wechseln sich Kontrabass (Hase);Harfe (Dachs); Altflöte (Rabe) und Vibraphon (Specht) mit dem Gesang echter Sänger aus dem Ensemble der Bayerischen Staatsoper ab.

Für Thibault jedoch war all dieses nicht wichtig. Ihn interessierte ausschließlich, ob der in der Bärenhöhle versteckte Luftballon- Mond nicht platzen würde! Nein, der gut mit Gas gefüllte Mond-Luftballon platzte nicht, sondern schwebte am Ende des Kinder-Musiktheaters am Garderobenhimmel des Nationaltheaters und leuchtet schließlich dort für alle - da kann ihn doch nicht einer für sich ganz alleine haben!

Ein riesiger Dank geht an Catherine Leiter und ihr Team von „Kind&CO“. Ihr Anliegen, Kinder in die Welt des Musiktheaters einzuführen, ist ganz sicher auf fruchtbaren Boden gefallen.

„Das Programm von Kind&Co will das Tor sein in eine Welt, die für Kinder gemacht ist.“ So steht es im Vorspann des 1. Programmheftes Kind&Co der Bayerischen Staatsoper für die Monate Sep.- Dez. 21.

Als Großmutter und Großtante bin ich beglückt noch einmal die Chance zu haben durch die Augen meiner kleinen Begleiter eine Welt des Musiktheaters, der Oper auf andere Art neu zu entdecken. Thibault und mich wird dieses gemeinsame Erlebnis sicher auch zusammen schweißen.

Zuwachs in der Porträtgalerie

Mit der Präsentation zweier neuer Künstlerporträts und einer Büste im Nationaltheater endet die Intendanz von Nikolaus Bachler an der Bayerischen Staatsoper.

Mit der Präsentation zweier neuer Künstlerporträts und einer Büste im Nationaltheater, endet die Intendanz von Nikolaus Bachler an der Bayerischen Staatsoper. Die Freunde setzen mit der Finanzierung der Neuanschaffungen die Reihe der seit 1899 gegründeten Porträtgalerie fort, die unter ihrem Patronat steht.

Anja Kampe, seit 2018 Bayerische Kammersängerin, wurde in die Reihe der großen Sängerporträts mit einer Photographie von Greg Gorman aufgenommen, Nikolaus Bachler wurde durch den jungen Maler Raffi Kalenderian in Szene gesetzt.

In die Reihe der Büsten der Generalmusikdirektoren des Nationaltheaters wurde Maestro Kent Nagano mit einer Skulptur aus weißem Marmor durch den Bildhauer Daniel Silver.

Ein großartiger Zuwachs und würdiger Abschluss einer bewegten Spielzeit.

 

 

Kent Nagano neben seiner Büste, geschaffen von Daniel Silver

Ks. Anja Kampe, porträtiert von Greg Gorman

Nikolaus Bachler (links), gemalt von Raffi Kalenderian

Hermann Levi zur Ehre

Die Orchesterakademie des Bayerischen Staatsorchesters wurde im Andenken an den großen Dirigenten umbenannt in Hermann-Levi-Akademie. Ein würdevoller und längst überfälliger Akt.

Hermann Levi, einflussreicher Dirigent, Komponist und Kulturmanager im 19.Jahrhundert, wirkte fast ein Vierteljahrhundert als Generalsmusikdirektor und Hofkapellmeister am Königlichen Hof- und Nationaltheater München und prägte das Orchester.

Unter seiner Leitung und mit Unterstützung von König Ludwig II. wurde München zur wichtigsten Bühne für Wagners Musik. Bis zu 40 Opern pro Jahr des verehrten Meisters dirigierte Levi, hinzu kamen noch die nächtlichen Sondervorstellungen für den menschenscheuen König. Dieser war es auch, der durchsetzte, dass Levi 1882 in Bayreuth die Uraufführung des Parsifal dirigierte, der absolute Höhepunkt seiner Laufbahn.Hermann Levi hat darüber hinaus junge Musiker gefördert, den jungen Richard Strauss unterstützt, seine ersten Werke uraufgeführt und die beginnende Dirigentenlaufbahn begleitet.

In den 30er Jahren begannen die Nationalsozialisten die Erinnerung an Hermann Levi seiner jüdischen Herkunft wegen gezielt zu tilgen. Sein Mausoleum in Garmisch wurde demoliert, sein Name auf Straßenschildern und in Notenausgaben gelöscht.

In der jüngsten Vergangenheit wurden nun endlich wichtige Schritte unternommen, um Hermann Levi die Bedeutung zuteil werden zu lassen, die ihm ohne Zweifel zukommt. So hat anlässlich des 120. Todestag Garmisch-Partenkirchen beschlossen, sein Grabmal zu erneuern, im Juli 2021 konnte es der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Auch die von den Freunden des Nationaltheaters maßgeblich geförderte Orchesterakademie des Bayerischen Staatsorchesters ehrt sein Andenken, benannte sich um in Hermann-Levi-Akademie, „als fortwährende Erinnerung an Hermann Levis Bedeutung für die Musik und insbesondere sein zukunftsweisendes Schaffen am Nationaltheater München“.

Das Bayerische Staatsorchester spielte aus diesem Anlass ein Festkonzert unter der Leitung von Kirill Petrenko, der im Geleitwort zum Programmheft schreibt:

„Er war zweifellos einer der wesentlichen Dirigenten des 19. Jahrhunderts. Doch der Sohn einer liberalen Rabbinerfamilie musste zeitlebens antisemitische Anfeindungen überwinden; mit der lange überfälligen Neugestaltung seiner Grabstätte in Garmisch-Partenkirchen ist nun ein wichtiger Schritt gemacht, Hermann Levi wieder in seiner ganzen Bedeutung zu ehren.

… Ich bin insbesondere Charlotte Knobloch sehr dankbar, dass sie sich als Präsidentin der israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern so beharrlich dafür eingesetzt hat. Das Bayerische Staatsorchester, seine Orchesterakademie und ich möchten durch unser Konzert dazu beitragen, die Erinnerung an diesen großen Künstler neu zu beleben.“

Hermann Levi, Porträt von Franz von Stuck in der Porträtgalerie des Nationaltheaters

Gespräch unter Freunden

„200 000 Karten ca. mussten wir in den letzten 14 Monaten stornieren“, so Katrin Lausberg, die Leiterin des Zentralen Kartenverkaufs der Bayerischen Staatstheater im Gespräch mit unserer Vorständin Anna Kleeblatt, welches wir am 11.5. via Zoom für unsere Mitglieder organisiert haben.

„200 000 Karten ca. mussten wir in den letzten 14 Monaten stornieren“, so Katrin Lausberg, die Leiterin des Zentralen Kartenverkaufs der Bayerischen Staatstheater im Gespräch mit unserer Vorständin Anna Kleeblatt, welches wir am 11.5. via Zoom für unsere Mitglieder organisiert haben.

Was so lapidar als Zahl daher kommt, hat - wenn man hinter die Kulissen blickt - dramatische aber auch positive Begleiterscheinungen.

Als im März der 1. Lockdown die Schließung der Theater mit sich brachte, schwankte die Stimmung der über 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zwischen Wut, Verzweiflung, Trauer, Fassungslosigkeit und der Hoffnung, dass nach 2 bis 4 Wochen der Spuk vorüber sein könnte …..Wir wissen, dass es anders kam.

In kürzester Zeit waren alle ins Homeoffice geschickt worden, ausgestattet mit bis dahin nicht vorhandenen Laptops, die relevanten Systeme aufgespielt, sogar telefonfähig – aber damit war es für Katrin Lausberg freilich nicht getan. Jetzt ging es darum die Mitarbeiter motiviert zu halten, für jede und jeden da zu sein, wenn es schwierig wurde, den Neuen zu erklären, dass der Kartenverkauf - das eigentliche Metier - gerade ziemlich unwichtig ist. Die intensive Kommunikation untereinander hat im Lauf der Zeit an Bedeutung gewonnen, man entdeckte gemeinsam neue Themenfelder.

So hatten zum Beispiel zahlreiche Gespräche mit traurigen Opernfreunden nicht nur Stornos zum Inhalt, sondern zunehmend auch therapeutischen Charakter entwickelt – die Dauer der Telefonate hat deutlich zugenommen und mancher Kunde fühlte sich nicht nur gut beraten, sondern auch getröstet – man war nicht allein mit seinem Frust, den Ängsten, Sorgen und der Verunsicherung. Einige Mitarbeiter absolvierten eine Schulung für die Kontaktverfolgung in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt, einer ließ sich schulen für die Hotline der Künstlersoforthilfe, dankbar, dass er selber einen sicheren Job hat.

Alle diese Dienstleistungen waren plötzlich enorm wichtig, die Mitarbeiter hoch motiviert und so gut in ihren jeweiligen Bereichen, dass man sogar versucht hat, sie abzuwerben – freilich ohne Erfolg. Wer bei der Oper arbeitet, der tut das mit Leib und Seele!

Inzwischen geht sehr zögerlich und vorsichtig der Vorverkauf wieder los, das bringt neuen Schwung, neue Energie aber auch wieder neue Problemfelder, wie Hygienekonzepte, Organisation von Tests, wie viele Sitzplätze dürfen belegt sein, Umbesetzungen bei den Solisten, Spielplanänderungen, kürzere Vorverkaufszeiten, die schon mal dazu führen, dass bis 22:00 Uhr nachts gearbeitet werden muss, um alles gut zu organisieren.

Aber wenigstens geht’s wieder los mit dem Livebetrieb an den Theatern. Bald werden auch die Ticketanfragen für die Münchner Opernfestspiele bearbeitet und die von den „Freunden des Nationaltheaters“ bestellten Karten für Puccinis „Il Trittico“ am 13.6. kommen in den nächsten Tagen! Was für eine Freude!

Aufbruchstimmung

An Christi Himmelfahrt öffnet unser „geliebtes Haus“ endlich wieder seine Pforten. Man kann es kaum glauben, aber tatsächlich steht der 1. Aufzug der „Walküre“ von Richard Wagner auf dem Spielplan mit Lise Davidsen, Jonas Kaufmann und Georg Zeppenfeld in den Hauptpartien und Asher Fisch am Pult des Bayerischen Staatsorchesters. Auch wenn der Abend nur 1 Stunde und 20 Minuten dauert, so ist doch ein Anfang gemacht und natürlich hoffen wir, dass auch die weiteren geplanten Aufführungen stattfinden können.

An Christi Himmelfahrt öffnet unser „geliebtes Haus“ endlich wieder seine Pforten.

Man kann es kaum glauben, aber tatsächlich steht der 1. Aufzug der „Walküre“ von Richard Wagner auf dem Spielplan mit Lise Davidsen, Jonas Kaufmann und Georg Zeppenfeld in den Hauptpartien und  Asher Fisch am Pult des Bayerischen Staatsorchesters. Auch wenn der Abend nur 1 Stunde und 20 Minuten dauert, so ist doch ein Anfang gemacht und natürlich hoffen wir, dass auch die weiteren geplanten Aufführungen stattfinden können.

Die „Freunde des Nationaltheaters“ können sich also wieder in der Oper treffen. Der Austausch über musikalische, szenische Darbietungen und das Erlebnis von Menschen, die tatsächlich im Orchestergraben spielen und auf der Bühne singen, werden wieder –wenn auch nur Schritt für Schritt - Realität.

Wir wollen aber darüber hinaus weiterhin den Kontakt mit Ihnen halten und unseren Mitgliedern digital etwas anbieten. Zum Beispiel den kostenlosen Stream der Bayerischen Staatsoper - exklusiv für unsere Mitglieder - der Operette „Schön ist die Welt“ und eine neeue Gesprächsreihe "Gespräch unter Freunden" zwischen Mitarbeitern der Bayerischen Staatsoper und uns.

Den Anfang macht am 11.5. um 20 Uhr Katrin Lausberg, Leiterin des Kartenverkaufs der Bayerischen Staatstheater, die im Gespräch mit Anna Kleeblatt, Vorstand der Freunde des Nationaltheaters, spannende Einblicke in die Welt des Ticketings geben wird. 

Balsam für die Seele

Mozarts Oper „Cosi fan tutte” gehört zweifellos zu den von unseren Mitgliedern meist gesehenen und beliebtesten Werken in der Bayerischen Staatsoper.

Mozarts Oper „Cosi fan tutte” gehört zweifellos zu den von unseren Mitgliedern meist gesehenen und beliebtesten Werken in der Bayerischen Staatsoper. So waren Begeisterung und Nachfrage auch jetzt wieder außerordentlich groß, als bekannt wurde, dass die „Cosi“ als eine der ersten Vorstellungen nach dem Corona-Shutdown für die Freunde des Nationaltheaters gegeben wird.

So machten sich 500 treue Opernfreunde am Sonntag, den 27. September, auf den Weg, um im ausverkauften Haus (es waren ja leider nur 500 Personen zugelassen…) eine zwar gekürzte, aber sehr ansprechende Aufführung zu erleben.

Zwei Stunden mit traumhafter Musik und grandiosen Sänger*innen waren Balsam für nach Kultur dürstende Seelen. Wir alle freuen uns auf die kommenden Vorstellungen im Münchner Nationaltheater.

ENDLICH 500!

Pilotversuch mit 500 Zuschauern in der Bayerischen Staatsoper

Rechtzeitig zum Saisonstart mit der Uraufführung von "7 Deaths of Maria Callas" am 1. September 2020 hat das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst grünes Licht für einen Pilotversuch gegeben. Zusätzlich zu den bereits genehmigten 200 Besuchern dürfen ab diesem Tag weitere 300 Gäste in der Bayerischen Staatsoper Platz nehmen und die Oper als Liveerlebnis genießen.

Vielleicht hat auch der Brief der "Freunde des Nationaltheaters" an den Ministerpräsidenten sowie der journalistische Verweis darauf in der Süddeutschen Zeitung ein wenig geholfen:

"... Heute wenden wir uns mit einer großen Bitte an Sie, einer Bitte, die auch von vielen kulturinteressierten Bürgerinnen und Bürgern an uns herangetragen wird. Wir alle wünschen uns sehr, wieder an einem lebendigen kulturellen Leben in unserer Stadt teilnehmen zu können. Dabei denken wir nicht nur an die Bayerische Staatsoper, sondern auch an das Staatstheater am Gärtnerplatz, die Theaterakademie August Everding, sowie an viele weitere kulturelle Einrichtungen in unserem Freistaat. (...)

Unser Anliegen ist es, dass den einzelnen Kulturbetrieben mehr Eigenverantwortung zugestanden wird. Das heißt, die Zuschauerräume der Theater mit ihren individuellen Sitzplatzkapazitäten sollten wenn irgend möglich je nach Größe besetzt werden dürfen. Wir bitten Sie, analog zu den Kirchen in Bayern, zu den Gaststätten und dem Handel, den Kulturbetrieben im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben in Eigenverantwortlichkeit eine individuelle Auslastung ihrer Räume zu ermöglichen. ..."

Im September soll zunächst ausgelotet werden, wie sich höhere Besucherzahlen bei kulturellen Veranstaltungen und das notwendige Hygienekonzept vereinbaren lassen. Anschließend hoffen wir natürlich, dass sich die Hygienemaßnahmen bewähren und unser aller verantwortungsvoller Umgang mit dem Covid19 Virus dazu führen wird, dass dauerhaft mindestens 500 Zuschauer in der Oper Platz nehmen dürfen.

Wir würden uns sehr freuen, wenn wir Sie im geliebten Haus bald sehen können.

Ein "beflügelndes" Geschenk

Am 1. Februar 2020 fand nachmittags das Konzert für die Freunde des Nationaltheaters statt, die den neuen Yamaha-Flügel für die Theaterakademie August Everding gestiftet haben.

Am 1. Februar 2020 fand nachmittags das Konzert für die Freunde des Nationaltheaters statt, die den neuen Yamaha-Flügel für die Theaterakademie August Everding gestiftet haben.

8 bis 10 Stunden täglich wird das Instrument in Zukunft im Einsatz sein, denn im Master-Studiengang Musiktheater/Operngesang haben die Studierenden 30 Wochenstunden zu absolvieren, viel mehr als an anderen Ausbildungsstätten, sagt Studienleiter Balàzs Kovalik. Er selbst studierte 1993 hier, einer von (nur 12) jungen Künstlerinnen und Künstlern, die August Everding persönlich im Foyer begrüßte. Vor einigen Jahren wurde Kovalik dann mit dem Aufbau des neuen Studiengangs Musiktheater/Operngesang betraut, eine reizvolle und spannende Aufgabe, die Kovalik als große Chance erlebte. Seitdem begleitet er die jungen Künstler auf ihrem Weg zu den ersten größeren Auftritten – und ist sichtlich stolz auf sie.

Zusammen erarbeiten sie an der Theaterakademie nicht nur ihr Repertoire, sondern entwickeln auch ein Rollenverständnis; ein sehr wichtiges Thema, denn eine sich opfernde Frau wie z. B. die Liu in Turandot, sei schon schwierig für heutige junge Frauen zu verstehen, so Balázs Kovalik.

Man müsse sich auf die Personen und Charaktere einlassen können, um diese Rollen gestalten zu können, um mit den Aussagen etwas anfangen zu können; insgesamt sei dies ein sehr zeitintensives Studium.

An der Akademie lernt man aber auch ganz nebenbei und selbstverständlich den Umgang mit anderen Menschen, die Zusammenarbeit mit allen weiteren Gewerken am Theater und auch die nötige Disziplin, damit der Theater-Apparat funktionieren kann.

Begeistert beklatschen die Freunde des Nationaltheaters im gut besuchten Gartensaal des Prinzregenten Theaters die Sängerinnen und Sänger nach diesem abwechslungsreichen Arienabend, der das hohe Niveau der Masterklasse unter Beweis stellt.

Dr. Kneißl übergibt den neuen Flügel der Firma Yamaha Professor Drescher.

Jihoon Son Südkorea, Henrike Henoch Oldenburg, Ayelet Kagan Israel, Jacoba Barber-Rozema Canada, Franziska Weber Österreich, Daria Kalinina Russland, Pianist und Korrepetitor Joachim Tschiedel, Anna Magdalena Rauer Augsburg, Gabriel Rollinson Großbritannien/USA, Pianistin/Korrepetitorin Maria Fitzgerald, Ansgar Theis Detmold, Milena Bischoff Frankreich, Christian Lange Hamburg, Balázs Kovalik Leiter des Studiengangs Musiktheater/Operngesang (Von links nach rechts)

Msgr. Dr. Siegfried Kneißl und Professor Hans-Jürgen Drescher zusammen mit den Studierenden des Master-Studiengangs und den beiden Korrepetitoren.

Bekenntisse zum Jahresbeginn!

Die Jahresveranstaltung 2020 der Freunde des Nationaltheaters mit Werken von Bruckner und Mozart.

Wir lieben und verehren ihn!“ Mit diesem Herzens-Bekenntnis zu unserem „Noch-GMD“ Kirill Petrenko begrüßte der Vorsitzende des Vorstandes der Freunde des Nationaltheaters Dr. Siegfried Kneißl die Mitglieder sowie alle Konzertbesucher der Matinee am 12. Januar 2020.

Gleichzeitig drückte er die Freude darüber aus, mit Vladimir Jurowski, den designierten Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper begrüßen zu dürfen. Zum ersten Mal seit seiner Ernennung stand Jurowski an diesem Sonntagmorgen wieder am Pult des Bayerischen Staatsorchesters.

Dieses grandiose Orchester zeigte mit der Aufführung von Bruckners 3. Symphonie, in welcher Spitzenklasse sich der Klangkörper nun bewegt. So kontrastierten subtil innige Momente des Werkes mit gewaltigen „Klang-Kathedralen“, die das Publikum vergessen machten, dass es sich in einem Theaterraum befand und nicht in Bruckners Wirkungsstätte St. Florian.

Vladimir Jurowski gab mit diesem Konzert ein Bekenntins darüber ab, welchen Komponisten er in seiner kommenden Wirkungszeit einen großen Stellenwert einräumen wird: Richard Wagner, dem Widmungsträger dieser Brucknerschen Symphonie sowie Wolfgang Amadeus Mozart.

Mozarts immer wieder gern gehörte Sinfonia concertante stand am Beginn des Konzertes, mit den Solisten Isabelle Faust und Antoine Tamestit.

Welch ein Geschenk an einem sonnigen Sonntagmorgen für die Konzertbesucher im ausverkauften Nationaltheater und welch ein wunderbarer Auftakt für das Jahr 2020!

Meistersängerin!

Die Bayerische Staatsoper ehrte Anja Harteros anlässlich ihres 20-jährigen Bühnenjubliäums mit der „Meistersinger-Medaille“, gestiftet von den „Freunden des Nationaltheaters.

Edita Gruberova bekam sie überreicht, auch Zubin Mehta, Dietrich Fischer-Dieskau, Jonas Kaufmann und nun ehrte die Bayerische Staatsoper Anja Harteros anlässlich ihres 20-jährigen Bühnenjubliäums mit der „Meistersinger-Medaille“, gestiftet von den „Freunden des Nationaltheaters.

Nach einer großartigen Aufführung von Puccinis Tosca am 3. November überreichte Nikolaus Bachler, „unserer“ Anja Harteros auch einen herrlichen Rosentsrauß – und dankte ihr für unvergessliche Abende auf der Bühne des Münchner Nationaltheaters. 1999 debütierte Anja Harteros als Agathe im Freischütz, seitdem trat sie in mehr als 20 Rollen an über 240 Abenden auf und jeder Abend mit ihr ist ein Erlebnis!

Die Tosca singt Anja Harteros wieder im Februar und während der Festspiele 2020, auch als Desdemona und Elsa können wir sie erleben und dann als Elisabeth im Don Carlo beim Wiedersehenstreffen mit ehemaligen Mitgliedern der Bayerischen Staatsoper im Mai.

"Knusper, knusper, knäuschen..."

Mit einem schmetternden "Ra-La-la-la Ra- la-la-la heißa Mutter ich bin da!" aus der Kinderoper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck beginnt der Einmarsch ....

Mit einem schmetternden "Ra-La-la-la Ra- la-la-la heißa Mutter ich bin da!" aus der Kinderoper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck beginnt der Einmarsch des Bläserquintetts für das „Sitzkissenkonzert“ unserer jüngsten Fangemeinde.

Meine 2 kleinen 5 jährigen Begleiter und sicher 30 weitere Kinder mit Eltern oder Großeltern sitzen bereits voller Erwartung auf ihren Kissen und Bänken in der Parkettgarderobe der Bayerischen Staatsoper und begrüßen die einmarschierenden Bläser mit einem lauten Applaus. Nach dem Einmarsch der Bläser stellt die „Posaune“ erst einmal die anderen Instrumente Horn, Trompete und Tuba vor.

Anschaulich demonstriert der Posaunist , wie die Töne in den Blasinstrumenten durch die Mundbewegung entstehen. Und nun liest die Märchenvorleserin Ursula Gessat mit melodisch eindringlicher Stimme aus einem großen Märchenbuch Auszüge aus der Geschichte von „Hänsel und Gretel“ vor.

Fast jedes der Kinder kennt das Märchen von den Gebrüdern Grimm, sind sie doch durch die Familien wohl vorbereitet hierher gekommen. Klanglich sowohl lieblich, als auch dramatisch wird die Erzählung von den Bläsern des „Ensemble Opera Brass“ untermalt. Bei bekannten Liedern wie z. B. dem Abendsegen „Abends, will ich schlafen gehen, 14 Engel mit mir gehn“ oder „Suse, liebe Suse was raschelt im Stroh“ singen die Kinder diese Volkslieder mit Begeisterung mit.

Viel zu schnell ist die Zeit verflogen, das Märchen zu Ende gelesen, das Bläserquintet musizierend hinausmarschiert und das fröhliche Geschnatter unserer Kleinsten, die vielleicht zukünftige Freunde des Nationaltheaters werden könnten, verstummt. Zu Hause angekommen, versuche ich gleich Karten für die Oper „Hänsel und Gretel“ zu ergattern, denn ich habe doch noch ältere Enkel.

Diese in die Opernwelt einzuführen und zu begleiten ist einfach ein großes Vergnügen.

"Oh, hätt ich meiner Tochter nur geglaubt!"

„Die Kluge“ von Carl Orff erlebte ihre Uraufführung im Jahr 1943 in Frankfurt. In der Regie von Günther Rennert wurde diese Märchenoper ein großartiger Erfolg. Weitere Aufführungen gingen in den Wirren der Kriegsjahre unter – erst nach 1945 begann sich der Welterfolg der „Klugen“ abzuzeichnen, über 200 Bühnen hatten das Märchen auf ihren Spielplänen, in mehr als 20 Sprachen wurde das Libretto übersetzt. Nun hatte am 2. Oktober „Die Geschichte von dem König und seiner klugen Frau“ im Gärtnerplatztheater in einer Fassung von Wilfried Hiller Uraufführung. Wilfried Hiller, einst Schüler und enger Vertrauter von Carl Orff, erstellte zusammen mit Paul Leonard Schäffer im Auftrag des Gärtnerplatztheaters eine Orchesterfassung für 15 Instrumente. Da die Freunde des Nationaltheaters diese Produktion großzügig unterstützen, gab es für die Mitglieder eine besondere Aufführung, der ein Empfang mit einer Werkeinführung vorausging. Michael Alexander Rinz, der betreuende Dramaturg des Stückes, erklärte viel über die Umsetzung in dieser Inszenierung. Im Dialog mit dem Regisseur Lukas Wachernig und der Bühnenbildnerin Stephanie Thurmair wurden so einige Details den anwesenden Gästen nahegebracht. Die Oper fand dann auf der Studiobühne statt. Der König, wie alle weiteren männlichen Darsteller in schwarz gekleidet, sitzt auf einem schwarzen Thron in Schräglage unter einem schwarzen blattlosen Baum, unter ihm der Kerker. Die Kluge, bewegt sich in einem knöchellangen weißen Kleid wie eine Puppe. Unnahbar und emotionslos scheint sie auf des Königs Bosheiten zu reagieren – erst zum Schluß, wenn sie mit ihrer Klugheit den König überlistet und schließlich bekehrt hat, huscht ein feines Lächeln über ihr Gesicht. Die Aufführung, ausnahmslos von Mitgliedern des Gärtnerplatztheaters realisiert und dargeboten wurde begeistert vom Publikum beklatscht. Die Sänger waren allesamt in Bestform und der Dirigent Andreas Kowalewitz hat die vorzüglichen Musiker des Gärtnerplatzorchesters zu einer rhythmisch-musikalischen Einheit geformt. Die „Kluge“ ist ein Aushängeschild für das Gärtnerplatztheater.

„Die Kluge“ von Carl Orff erlebte ihre Uraufführung im Jahr 1943 in Frankfurt. In der Regie von Günther Rennert wurde diese Märchenoper ein großartiger Erfolg. Weitere Aufführungen gingen in den Wirren der Kriegsjahre unter – erst nach 1945 begann sich der Welterfolg der „Klugen“ abzuzeichnen, über 200 Bühnen hatten das Märchen auf ihren Spielplänen, in mehr als 20 Sprachen wurde das Libretto übersetzt.

Nun hatte am 2. Oktober „Die Geschichte von dem König und seiner klugen Frau“ im Gärtnerplatztheater in einer Fassung von Wilfried Hiller Uraufführung. Wilfried Hiller, einst Schüler und enger Vertrauter von Carl Orff, erstellte zusammen mit Paul Leonard Schäffer im Auftrag des Gärtnerplatztheaters eine Orchesterfassung für 15 Instrumente.

Da die Freunde des Nationaltheaters diese Produktion großzügig unterstützen, gab es für die Mitglieder eine besondere Aufführung, der ein Empfang mit einer Werkeinführung vorausging. Michael Alexander Rinz, der betreuende Dramaturg des Stückes, erklärte viel über die Umsetzung in dieser Inszenierung. Im Dialog mit dem Regisseur Lukas Wachernig und der Bühnenbildnerin Stephanie Thurmair wurden so einige Details den anwesenden Gästen nahegebracht.

Die Oper fand dann auf der Studiobühne statt. Der König, wie alle weiteren männlichen Darsteller in schwarz gekleidet, sitzt auf einem schwarzen Thron in Schräglage unter einem schwarzen blattlosen Baum, unter ihm der Kerker. Die Kluge, bewegt sich in einem knöchellangen weißen Kleid wie eine Puppe. Unnahbar und emotionslos scheint sie auf des Königs Bosheiten zu reagieren – erst zum Schluß, wenn sie mit ihrer Klugheit den König überlistet und schließlich bekehrt hat, huscht ein feines Lächeln über ihr Gesicht. Die Aufführung, ausnahmslos von Mitgliedern des Gärtnerplatztheaters realisiert und dargeboten wurde begeistert vom Publikum beklatscht. Die Sänger waren allesamt in Bestform und der Dirigent Andreas Kowalewitz hat die vorzüglichen Musiker des Gärtnerplatzorchesters zu einer rhythmisch-musikalischen Einheit geformt.

Die „Kluge“ ist ein Aushängeschild für das Gärtnerplatztheater.

"Meistersänger"

Seit 1999 wird von den „Freunden des Nationaltheaters“ die Meistersinger-Medaille gestiftet. Heuer ehrten die „Freunde“ den Startenor Jonas Kaufmann.

Seit 1999 wird von den „Freunden des Nationaltheaters“ die Meistersinger-Medaille gestiftet. Empfänger waren bislang unter anderem Edita Gruberova, Zubin Mehta und Dietrich Fischer-Dieskau.

Heuer ehrten die „Freunde“ den Startenor Jonas Kaufmann. Zum 50. Geburtstag überreichte ihm Opernintendant Nikolaus Bachler am 19. Juli 2019 nach der Festspielvorstellung des Otello die Porzellanplakette, "Du hast uns so viel geschenkt in den vergangenen Jahren, das schönste ist: bei deiner unglaublichen Weltkarriere ist das (Münchner Haus d.Rd.) immer deine (künstlerische d.Rd.) Heimat geblieben", so Bachler.

So nahm Jonas Kaufmann, am Ende der großartigen Vorstellung noch mit Theaterblut besudelt, den Applaus des Publikums ebenso entgegen wie einen Geburtstagstusch des Staatsorchesters, einen üppigen Rosenstrauß, Glückwünsche und die Medaille aus Nymphenburger Porzellan.

Jonas Kaufmann, Nikolaus Bachler, Kirill Petrenko und Anja Harteros

Festspiel(werkstatt)premiere - DUO

Die Premieren der Festspiel-Werkstatt während der Opernfestspiele zählen zu den wichtigen Terminen im Jahreslauf für die Freunde des Nationaltheaters.

Die Premieren der Festspiel-Werkstatt während der Opernfestspiele zählen zu den wichtigen Terminen im Jahreslauf für die Freunde des Nationaltheaters – Heuer waren wir eingeladen zur Ballett-Premiere von DUO. Der dänische Komponist Hans Abrahamsen beschäftigt sich seit vielen Jahren musikalisch mit dem Thema Schnee, mit Vergänglichkeit, Märchen und Traum. Sein "Schnee-Zyklus" von 2008 war nun als Ballett zu erleben – unter dem Titel "DUO - for many dancers and nine musicians", in der Choreographie von Nanine Linnig.

Auch heuer begann dieser außergewöhnliche Ballettabend mit einer hervorragenden Einführung durch die beiden Dramaturgen Malte Krasting und Carmen Kovac. So waren wir nicht nur perfekt vorbereitet auf die Vorstellung, sondern konnten in der Reithalle auch gestärkt durch Häppchen und Getränke Platz nehmen. Das Publikum saß um die beiden Tanzflächen herum, die durch einen kleinen Orchestergraben geteilt waren.

„Der Tanz soll eine Art Wind sein, der auf der einen Seite entsteht und dann über das Orchester hinwegfegt, um auf der anderen Seite von den Tänzern aufgenommen zu werden", so Nanine Linning.

Zu Musik, – die wie Schneeflocken leise schwebte, in ständig wechselndem Takt und Rhythmus, bewegten sich die Tänzer des Bayerischen Staatsballetts mit oft überdeutlichen und festen Schritten, sowie akzentuierten Gesten in Gewändern, deren Stoffbahnen wie Wellen flossen.

Das Flackern und Flirren, das durch fantastische Lichteffekte auf dem Bühnenboden entstand, spiegelte optisch die Musik wider und zauberte in die ansonsten leere Halle in eine Art „traumhafte“ Atmosphäre. Diese Uraufführung, die begeistert beklatscht wurde, war ein synästhetisches Erlebnis, ein Zusammenspiel von Klängen, Bewegungen und Licht, wie man es selten zu sehen bekommt.

Und es ist eine Art Vorspiel zur Aufführung von Abrahamsens Oper „The Snow Queen“, die am 21. Dezember in der Bayerischen Staatsoper ihre Münchner Erstaufführung erleben wird.

"Und was machen die Chorsängerinnen und -sänger tagsüber?"

Mit dieser Frage rechnet Annette Zühlke, die musikalische Direktorin der Bayerischen Staatsoper immer, wenn sie Besucher empfängt.

Mit dieser Frage rechnet Annette Zühlke, die musikalische Direktorin der Bayerischen Staatsoper immer, wenn sie Besucher empfängt. Deshalb hat sie bei der Begrüßung der „Freunde“ an Dienstag, den 2.Juli gleich ungefragt die Antwort geliefert – üben, üben, üben.

Die 100 Mitglieder des Staatsopernchors haben alle eine abgeschlossene Gesangsausbildung, sind Profis mit einem hohen Anspruch an Perfektion und die stellt sich nun mal nicht von selbst ein. Optimal vorbereitet kommen sie zu jeder Chorprobe.

Als wir im neuen, klimatisierten Orchesterprobensaal im 3. Untergeschoss zu Gast waren, standen in der halben Stunde intensiven Trainings der Eingangschor aus Verdis Otello und eine schwierige Chorstelle aus Kreneks Karl V. auf dem Plan. Am Dirigentenpult war Stellario Fagone, Chordirektor ab der kommenden Saison.

Zwei völlig unterschiedliche musikalische Epochen, zwei verschiedene Sprachen, zwei Stilrichtungen müssen hier auf höchstem künstlerischen Niveau bewältigt werden. Wenn man nun bedenkt, dass die Sängerinnen und Sänger über 60 Opern in ihrem Repertoire haben, kann man sich gut vorstellen, was sie zu Hause tun. Die Partitur muss gelernt werden, die Stimme trainiert, mit Gesangsübungen. Die Artikulation muss passen, jeder Vokal, jeder Konsonant perfekt „sitzen“, damit es im Ensemble dann nicht zu Unreinheiten kommt. Jeder musikalische Akzent muss einstudiert sein, die Aussprache eingeübt werden. Italienisch ist heute keine „Fremdsprache“ mehr erklärt uns Fagone nach der Chorprobe – alle beherrschen die Sprache perfekt. Aber bei tschechischen oder russischen Opern wie z.B. von Janacek oder Tschaikowsky muss die Aussprache mit der völlig unterschiedlichen Phrasierung intensiv geübt werden. Es ist völlig in Ordnung, so Fagone, dass es bei besonders schwierigen Sprachen auch eine Honorarzulage gibt. Auf der Bühne muss dann alles perfekt abrufbar sein – auswendig versteht sich, spielen und bewegen müssen sich die Sängerinnen und Sänger ja auch noch.

Stellario Fagone hat vor der Leistung seines Ensembles größten Respekt und ist glücklich darüber, dass auch der Kinderchor sich diesen Herausforderungen stellen mag. Die 8 bis 15-jährigen singen ebenso in verschiedenen Sprachen und Stilrichtungen, haben 2 Mal in der Woche Probe und absolvieren alle Auftritte mit großer Begeisterung und Leidenschaft. Nachwuchssorgen hat der Chordirektor aus Turin nicht; jedes Jahr gibt es ca. 100 Bewerbungen und dann liegt es an ihm beim Vorsingen, Talente zu erspüren, Entwicklungen vorherzusehen, Persönlichkeiten richtig einzuschätzen.

Für die gut einhundert „Freunde“ war das eine sehr erkenntnisreicher Abend. Mit vielen Eindrücken, großer Bewunderung und viel Verständnis für die künstlerisch anspruchsvollen Leistungen der Sängerinnen und Sänger beschließen wir den Abend bei einem kleinen Umtrunk und der Vorsitzende unseres Vereins Dr. Kneißl fügt seinem Dank für die Stunde hinzu, dass wir mit ganz anderen Ohren und Bewunderung in Zukunft jedes einzelne Chormitglied auf der Bühne erleben werden und das Ensemble in seiner Vielfalt als Einheit noch mehr schätzen können.

Berliner Luft!

Rund 80 "Freunde" waren auf Reisen. Diesmal ging es nach Berlin, wo sich die musikalischen Highlights täglich übertrafen: welch ein Geschenk!

Wenn man auf Reisen geht, erhofft man sich einen Höhepunkt und sehr oft kommt der zum Abschluss der Reise.

Mit dieser Erwartung im Gepäck machten sich am vorletzten Juniwochenende rund 80 Mitglieder der Freunde des Nationaltheaters auf den Weg, die Musikkultur in unserer Hauptstadt Berlin zu erkunden.

Bei strahlendem Sonnenschein, der uns bis zum Finale treu war, traf man sich zum Auftakt in der frisch sanierten Staatsoper unter den Linden: "Tristan und Isolde" stand auf dem Spielplan. Und die Besetzung mit Anja Kampe, Andreas Schager, Réne Pape und dem Dirigat von Maestro Daniel Barenboim bannten die Zuschauer vom ersten Takt an, so dass wir sicher waren, den genialsten Abend gerade erlebt zu haben.

Und so war dieser Wagner-Abend das große Gesprächsthema bei der exklusiven Bootstour am nächsten Tag auf der Spree durch Berlin sowie den nachmittäglichen Stadtführungen. Am Abend machten wir uns auf zur Berliner Philharmonie, wo uns ein Sonderkonzert der Berliner Philharmoniker erwartete: Daniel Trifonov spielte - alle verzaubernd - vor der Pause das Klavierkonzert von Scriabin, so dass man glauben wollte, die danach anstehende 11. Symphonie von Schostakowitsch würde eine "Traumblase" zerplatzen lassen. Aber weit gefehlt! Unter der Leitung von Andris Nelsons wurde dieses beeindruckende Werk von den Berliner Philharmonikern zu einem Erlebnis, das dankbar machte für den Besuch dieses Konzertes.

Nach so vielen Eindrücken tat es ganz gut, sich am Folgetag zunächst mit technischen Dingen auseinander zu setzen: die Sonderführungen durch die sanierte Staatsoper unter den Linden waren einfach nur spannend und kurzweilig, so dass man beim anschließenden Mittagessen auf der Dachterrasse des Bundestages (diese war für unsere Mitglieder exklusiv reserviert) entspannt - über die Dächer Berlins schauend - sich den Gesprächen über die Erlebnisse der Tage austauschen konnte.

Zur Einstimmung auf den bevorstehenden Konzertabend hatten wir die Möglichkeit, bei einer Besichtigung der Repräsentanz der DZ Bank direkt am Pariser Platz die Architektur von Frank O. Gehry zu bewundern. Ein Meisterwerk, welches er selbst zu seinen Besten zählte.

Der Abschluss fand dann im ziemlich neuen Pierre-Boulez-Saal statt, der ja ebenfalls von Frank O. Gehry als Geschenk an seinen guten Freund Daniel Barenboim geplant wurde.

Und so stand der Meister bei diesem Konzert auch wieder am Pult. Neben einer Uraufführung von Jörg Widmann standen Werke von Pierre Boulez und Ludwig van Beethoven auf dem Programm dieses Abends, der zugleich Abschlussabend war der Saison des Saales und leider auch unserer Reise.

Beseelt von den vielen Eindrücken kehren die "Freunde" zurück nach München - und in der Vorfreude auf neue Erlebnisse.

Vom Feuervogel begeistert!

Das Bayerische Staatsorchester brillierte mit einer grandiosen Aufführung des Feuervogels von Strawinsky anlässlich der Konzertmatinee 2019 für die „Freunde“

Was kann es denn schöneres geben, als an einem sommerlich strahlenden Sonntag in den Genuss zu kommen, diesen mit einer phänomenalen Konzertmatinee im Münchner Nationaltheater zu beginnen. So geschehen am 2. Juni, anlässlich der jährlichen Konzertmatinee des Bayerischen Staatsorchesters für die Freunde des Nationaltheaters.

In der charmanten Begrüßung des Publikums durch den Vorsitzenden des Vereins, Dr. Siegfried Kneißl, nahm dieser Bezug auf das bevorstehende Pfingstfest und den „brennenden Geist“, der auch in unserem Verein tief verwurzelt ist. Dramaturgisch passend dazu das zentrale Stück des Konzertes, die Ballettmusik „Der Feuervogel“ von Igor Strawinsky. Das Bayerische Staatsorchester unter der Leitung von Dima Slobodeniuk interpretierte dieses Werk so packend, dass es zentrales Thema war beim anschließenden Empfang im Freunde-Foyer.

Doch damit nicht genug: Am Beginn des Konzertvormittags stand ein leider viel zu selten gespieltes Stück, das Violinkonzert von Bohuslav Martinu, auf dem Programm. Welch ein Genuss, dieses Werk von einem der derzeit besten Violinisten, Frank Peter Zimmermann, auf seiner Stradivari „Lady Inchiquin“ hören zu dürfen.

Großer Beifall für ihn, das Bayerische Staatsorchester und natürlich auch den Dirigenten Dima Slobodeniuk.

EIN BÜRGERSIEG (1964) – der Film mit Vortrag und Podiumsdiskussion

Die Bayerische Akademie der Schönen Künste lud in Kooperation mit den Freunden des Nationaltheaters zu einem Abend, der intellektuell vergnüglicher und emotional berührender nicht hätte sein können. Unter dem Motto „Kultur zwischen Bürgerwillen und Politik – zur Bedeutung bürgerschaftlichen Engagements“ standen auch der Vortrag und die Podiumsdiskussion.

Die Bayerische Akademie der Schönen Künste lud in Kooperation mit den Freunden des Nationaltheaters zu einem Abend, der intellektuell vergnüglicher und emotional berührender nicht hätte sein können. Unter dem Motto „Kultur zwischen Bürgerwillen und Politik – zur Bedeutung bürgerschaftlichen Engagements“ standen auch der Vortrag und die Podiumsdiskussion.

Doch zunächst lief der Film „Ein Bürgersieg“ aus dem Jahr 1964. Er wurde von den Freunden des Nationaltheaters in Auftrag gegeben und erzählt beeindruckend vom Mut und Willen der 12 Gründer des Vereins. Sie haben aus der Mitte der Bürgerschaft heraus für ihre Überzeugung gekämpft, damit das Nationaltheater an Ort und Stelle, in historischer Form wiederaufgebaut wird. Dies war nicht unumstritten. In den historischen Aufnahmen ist zu sehen, in welch hitzigen Diskussionen mit den Mächtigen und Entscheidungsträgern um die Lösung der Konflikte gerungen wurde. Es brauchte viele Multiplikatoren, die die Bürgerschaft über Jahre mobilisierten, mit kleinen und großen Beiträgen die Realisierung der Vision, den Wiederaufbau des Nationaltheaters sicherzustellen.

Heute dürfen wir das Ergebnis genießen und haben zeitgleich den Auftrag, unseren Einsatz zu bringen, es für die nächste Generation zu bewahren, lebendig zu halten und weiter zu entwickeln. Die Freunde des Nationaltheaters leisten jährlich hierzu ihren Beitrag.

Die Bedeutung von Kunst und Kultur für Gesellschaften wurde im Vortrag von Prof. Dr. Armin Nassehi deutlich. Bürgerschaftliches Engagement für Kulturbauten wird getragen vom Engagement Einzelner. Das ist heute unverändert aktuell und notwendig wie die Reaktionen nach dem verheerenden Brand in der Kathedrale Notre-Dame in Paris zeigen.

Auf dem Podium bei der sich anschließenden Diskussion saßen Staatsintendant Nikolaus Bachler, Publizist Wilhelm C. Warning, Architekt HG Merz sowie Professor Armin Nassehi.– Hier wurde der Bogen der Beispiele bürgerschaftlichen Engagements von der Osloer Oper, über die Berliner Oper Unter den Linden bis zum Gelsenkirchener Theater gespannt. München selbst bietet dabei viel Anlass für kontroverse Auseinandersetzung, wie die Pinakothek der Moderne, die Sanierung des Gasteigs und der Neubau des Konzerthauses zeigen. Die Argumente wurden mit großer Lust am Diskurs vorgetragen, ein Vergnügen zuzuhören.

Zum Ausklang wurde traditionell mit Wein und Pfister-Brot bewirtet und lebendig weiter diskutiert. Herzlichen Dank an die Gastgeber, die ihre wunderbaren Räumlichkeiten im Königsbau der Münchner Residenz mit herrlicher Aussicht auf „unser“ Nationaltheater für diesen Abend geöffnet haben.

Staatsminister Bernd Sibler MdL begrüßte die Gäste des Abends.

Eine spannende Diskussionsrunde mit großartigen Teilnehmern: Wilhelm C. Warning, Staatsintendant Nikolaus Bachler, Prof. Dr. HG Merz, Prof. Dr. Armin Nassehi, Maximilian Maier (Moderator)

Ein märchenhafter Opernabend

Das Opernstudio der Bayerischen Staatsoper präsentierte die zwei Einakter Mavra und Iolanta im Cuvilliés-Theater.

Die Freunde des Nationaltheaters gaben den Mitgliedern des Vereins die Gelegenheit, die Derniere der diesjährigen Opernstudio-Produktion im Cuvilliés-Theater zu erleben.

Der Regisseur und Grimme-Preisträger Axel Ranisch verzauberte dabei das Publikum mit einer märchenhaften und poetischen Erzählung der einaktigen Oper Iolanta von Peter I. Tschaikowsky. Dabei durfte man Zeuge sein, wie er es verstand, in dieses lyrische Stück die Opera buffa Mavra von Igor Strawinsky einzubauen.

Unter dem emotional geladenen Dirigat der russischen Dirigentin Alevtina Ioffe brillierten nicht nur die Mitglieder des Bayerischen Staatsorchesters und der Kinderchor der Bayerischen Staatsoper, sondern insbesondere auch die Mitglieder des Opernstudios der Bayerischen Staatsoper. Ein großartiger Abend, der mit viel Jubel vor, auf und hinter der Bühne endete.

Mit großer Dankbarkeit

Die Freunde des Nationaltheaters denken dankbar zurück an den ehemaligen Vorsitzenden Dr. Hubert Mennacher.

Es erreichte uns die traurige Nachricht, dass Dr. Hubert Mennacher am 30. März 2019 im Alter von 84 Jahren in München verstorben ist.

Dr. Hubert Mennacher war Bayerns höchster Finanzbeamter und gleichzeitig jüngster Ministerialdirigent im Finanzministerium ehe er als Generalbevollmächtigter in die von Finck’sche Hauptverwaltung wechselte. Von März 1987 bis Juni 2007, also über 20 Jahre lenkte er als Vorsitzender die Geschicke unseres Vereins und prägte ihn wie kaum ein zweiter.

Seine offene, warmherzige Art, gepaart mit Durchsetzungswillen und Geschick im Umgang mit Stiftern und den Verantwortlichen des Nationaltheaters, seine Zielstrebigkeit und sein Augenmaß, ließen ihn so manches große Projekt zu einem erfolgreichen Abschluss bringen. Dazu zählen die Beschaffung des großen Bühnenvorhangs sowie der Konzertmuschel im Nationaltheater, die Wiederherstellung des historischen Gartensaals und die Wiederbespielbarmachung des Prinzregententheaters, sowie des Hubertussaales in Nymphenburg und des Cuvilliés-Theaters.

„Bescheidenheit und unprätentiöses Auftreten, die feste Verwurzelung in ethischen, bayerisch-christlichen Grundwerten, dazu die Gabe mit Herz und Hirn andere für eine Aufgabe zu gewinnen“ – so fasste bei seinem Abschied als Vorstandsvorsitzender 2007 der Laudator Prof. Dr. Berthold Eichwald die menschlichen Qualitäten Hubert Mennachers zusammen. Seine menschliche Wärme, seine große Hilfsbereitschaft, und Empathie, machten ihn zu einem wahren Menschenfreund.

Hubert Mennacher bekam zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen. Dazu zählen der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland und der Bayerischen Verdienstorden; auch gehört er zu den sechs Widmungsträgern der „Kulturlinden“ am Prinzregentenplatz, erworben von unserem Verein. Damit bewahren die „Freunde“ das Andenken an Persönlichkeiten, die mit ihrem großzügigen und umsichtigen Handeln eine nachhaltige Förderung der Kultur ermöglichten.“

Die Freunde des Nationaltheaters haben Hubert Mennacher viel zu verdanken und werden ihn immer in Erinnerung behalten.

L´Ancetre - Eine Opernrarität!

Ein Opernbesuch, der sich auf alle Fälle lohnt: Die Theaterakademie August Everding hat das viel zu selten gespielte Werk nun aufgeführt.

Zur Dernière dieses “Drame lyrique” lädt die Theaterakademie August Everding zusammen mit dem Münchner Rundfunkorchester am 30. März 2019 ins Münchner Prinzregententheater ein.

In dieser erfolgreichen und in ihrer Art einzigartigen Zusammenarbeit von Institutionen, denen die Förderung des musikalischen Nachwuchses ganz besonders am Herzen liegt, haben junge Gesangsstudenten die Möglichkeit unter professioneller Anleitung Bühnenerfahrung zu sammeln und sich im Zusammenspiel mit den Profimusikern des Münchner Rundfunkorchesters unter der Leitung eines renommierten Operndirigenten an einem ausgefallenen Werk der musikdramatischen Literatur zu erproben. Die den „Freunden“ angeschlossene August Everding Stiftung fördert die deutschlandweit einmalige Ausbildung der Studenten.

Ausgefallen ist das Werk in der Tat, denn obwohl „Die Ahnin“ bereits 1906 ihre Uraufführung in Monte Carlo erlebt hat, ist sie bis heute auf Münchens Bühnen nicht zu sehen gewesen.

Die Geschichte spielt auf Korsika. Die Sonne geht auf, ein friedliches Summen von Bienen ist zu hören, der Eremit Raphael schickt sie zum Honig sammeln. Im Zentrum der Geschichte steht allerdings die blutige Fehde zwischen den Familien Pietra Nera und Fabiani. Zu den Fabianis gehört die junge Vanina, Enkelin der Ahnin Nuciata. Vanina steht zwischen den Fronten, gerät durch ihre Liebe zu Tébaldo in einen blutigen Konflikt um Liebe und Loyalität zur eigenen Familie.

Am 20. März bei der Premiere im Prinzregententheater wurde alle begeistert gefeiert, besonders das junge Sängerensemble. Nach 2 weiteren Vorstellungen haben die Freunde des Nationaltheaters die Gelegenheit nicht nur bei der Derniére dabei zu sein und eine unbekannte Oper zu entdecken, sondern auch den künstlerischen Nachwuchs, den die „Freunde“ fördern, auf der Bühne zu erleben und bei einem Empfang persönlich kennenzulernen.